Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 194 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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194 Zur Wissenschaft des Iudenthnmö. aufängt; die einzelnen Strophen haben 6 Verse, von denen alle auf gleiche Weise wie Psalm 118 anfangen. Ein anderes Gedicht desselben Inhalts enthalt 11 Strophen, welche mit den im vorigen Gedicht ausgelaffenen Buchstaben beginnen Schon die Art und Weise, wie hier das Alphabet benutzt wird, zeigt die Vertrautheit mit solchen Künsteleien, auch kann man sie äus einem andern Hymnus schließen, wo es heißt: „wie das Alphabet so vollendet ist in seinen Gliedern, daß nichts zugesetzt, nichts weggenommen werden dürfe, so auch das Evangelium" 2). Auch der Reim ist vorhanden; wenn es richtig ist, daß aus dem- Bau der Sprache selbst die Vielfältigkeit des hebräischen Reims sich entwickelt, so ist dieß bet dem Syrer der . Fall; nur daß in den ephrämischcn Stucken, die wir gesehen, eine Art Willkür herrscht, die, wenn ihr die Reime gelingen, sie Häuft und leine Rücksicht nimmt, ob die Anordnung der sich reimenden Verse dieselbe in einer und der andern Strophe ist. Wir geben unten ein Beispiel aus einer attma und zwar aus der über das Paradies man kommt unwillkürlich bei ihrer Lectüre auf den Gedanken , daß solcherlei Dichtungen vorangegangen sein müssen, bevor man zu diesem streng geformten, des späteren Kalirischen Elements gekommen. Aber der Inhalt einer jeden dieser Rmro ist wie der eines metrischen Midrasch, auch in ihnen lebt die Sage und Ephrams beredte Sprache schlingt sich gern an die über die biblischen Aller erhaltene Tradition mt; Das Paradies z. B. ist über allen Bergen erhaben nnd die Sündstuth berührt nur ihren Fuß; als Adam sündigte, wurde er daraus vertrieben und in die Eardvischen Berge versetzt. Aehnliches findet sich in kabbalistischen Büchern (ek. das Citat aus Kta bei Jalkut Reubeni p. 13b.), daß das Paradies auf eirckm Berge gelegen; was aber die Cardoischen Berge betrifft, so ist hierher, wie es scheint, die Sage vom Aufenthalt Noah's gezogen, der sich nach BerosuS bei Jofephus (Alterth. 1. 3, 6), nach Ottkelos, Targum Jernschalmi und Bereschlth Rabba auf die Gordyaeischen Berge zurückgezogen, während der Aufenthalt Adam's auf den Berg Morija verlegt ward (ek. Jalk«t Schimeoni ed. Venez.l. p. 10b. Reubeni 19b.). In einer spateren Strophe heißt es: „Hie porro mente consurge et contemplare filios lucis in Paradisi arce locatos indeque velut e sublimi speeuia horribilem Tartari faciem intuente*. Recoie divitem ibidem detentura et superos respeetantem atque ea 1) Asseraanni 1, 89. 2) Assemaiuii 1, 128.?) Opp. fCpbraemi 3. p. 564. Es ist die erste Strophe der Midrasche: te ‘TDirm »wo ioaba aaa dra^^a rarm •‘tatu* naa . arn^a na^na rrnnvaa nn^au) .. -.atYf'öaa rrroa - .xn^nusa Kan» Jemand diese Reime für unwillkürlich halten? . - 4) So ist auch eine andere Erklärung Ephräm's, daß Malkizedek Sem sei der Sohn Roa's, bekanntlich jüdisch. Cf. Seder haddorot ed.Kapost. p. 5a.