Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 192 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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192 Zur Wifferffchast desJudenthumS. Ich vermuthe, daß er in Palästina gelebt hat und meine Vermuthung kehrt so M Ältesten Meinung Zurück. / ÄuS der Lyrik der Psalmen ging das synagogale Gebet hervor. Ein Aehnlicheswar bei den syrischen Christen der Fall. Bardesanes, der erste syrische Hymnolog, auf den und dessen Sohn Hamonins die ganze spätere Liturgie als Muster Ruckficht nahm, verfaßte 150 Psalmen nach dem Muster der Davidischen und begleitete sie mit Melodien, eine Einrichhrng, die großen Erfolg bei dem Volke hatte * 1 2 3). In den Psalmen findet mau schon alphabetische Akrostichen; mau-kann nicht vermuthen, daß gerade diese Stücke die einzigen gewesen sind, bei denen dergleichen versucht worden, ebensowenig als es wahrscheinlich ist, daß diese 150 Stück das alleinige Product lyrischer Poesie in dieser Zeit gewesen. Der Reim, der sich, wie man sagt, unwittkürlicherweise schon in manchen Bibelstücken findet, würde, wenn daS^ wirklich nur unwillkürlich gewesen wäre und nur in der Wiederholung dergleichen Flerion bestände, weit öfterer da sein, als er ist und ihn die ältesten Gebetstücke Habens. Dasselbe, muß gegen Hahn bemerkt werden, der das Homoeoteleuton in syrischen Gedichten aus den ässonirende» Endungen allein erklärt^). Zuerst-durch die zufällige Assonanz aufmerksam gemacht, hat man ihn erst, wenn auch in unregelmäßiger Weise, gesucht, dann immer strenger in Fesseln geschloffen. Die Kalinschen Poesien sind ganz in palästinischem Geiste gedichtet; sie schöpfen aus' palästinischen-Sagen und halten sich im Punct der Halacha, des Gebetrituals , der Behandlung grammatischer Sprachforschung an Palästina und palästinische Auctoritäten 4 5). Sogar der Ausdruck.wird als allein palästinisch bewiesen und anerkannt^); Elasar kann als Dichter dieser seiner Piutim nicht wie Sachs sagt „als Autochthone ohne alle geschichtliche Präeedenzen" vor uns stehen, zu irgend einer Beleuchtung der allmäligen Formentwickelung. Da wo die jüdischen Elemente uns fehlen, möchte ich die syrische Analogie zu einem Beweise für allmälige Entwickelung der Form, in der die Gedichte erscheinen, und für Palästina als ihrem Vaterland dienen lassen./Lu zato freilich, der zuerst6) diesen Weg angedeutet, ihn aber yur wenig verfolgt, und Sachs, der diesem Forscher in diesem Versuche vollkommenen Beifall gibt» mit Recht von der-großen Einwirkung der syrischen Literatur auf die jüdische spricht, und die jüdische Geheimlehre in die ungenannter. Herr Sachs auf meine Anfrage, da er ihn persönlich kennt, mitgethellt. - 1) cf. Assemanni Bibliotheca Orient. 1. p. 132. Hahn: Bardesanis Gnostid cperum primus Hymnologus. Lips. 1819. 8. p. 29. Cf. Delitzsch p. 90. N. 2. 2) Cf. Zunz G. V. p. 378. 379. Sachs 339. Noch Heute versucht man in prostlischen Stücken durch einen plötzlich eingeschobenen Reim einen Nachdruck, eine« Reiz dem Gesagten zu geben. So leicht sich der Reim gibt, so leicht wird er doch auch von dem Schreibenden bemerkt. > v . - 3) Pag. 42. 4) Die Worte von Zunz G. V. p. 383. ' 5) Rappoport 1. c. Luzato im Orient. I. c, p. 679. 6) Betulat bat Jehuda Prag. 1840. p. 11. Daß die Juden von den Syrer» gelernt haben, ist weder nothwendkg noch richtig anzunehmen. Es ist nur gegenseitiger.Einfluß und analoge Entwickelung anzunehmen.