Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 191 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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191 Zur Wissenschaft des JudenthumS. Ueber geschichtliche und literarhistorische Arbeiten dieses L. Jahrzehntes. (Fortsetzung.) Warum soll er denn aber gerade da gelebt Haben? Ich kann nicht glauben, daß von einem so berühmten Manne, wenn er in Italien oder überhaupt in Europa gelebt hat, wenige Jahrhunderte nachher gesagt worden wäre, er sei ein Tana; bei keiner Naltiou ist die Tradition wahrer und mächtiger als beider jüdischen: Sitten und Dinge spiegeln noch die Zeiten und Mensche» nach einem Jahrtausend zurück; von Jemandem, der im 1V. Jahrhundert in Italien gelebt, sagt die jüdische Tradition nicht, er habe im 3. Jahrhundert in Palästina gelebt.- Es widerspricht der Wahrscheinlichkeit und sonstigen jüdischen Anschauung *). 1) Der Verfasser des A r u ch, R. Nathan b. Jechiel (inRom), dernnrei» Jahrhundert später gelebt, weiß gar nichts mehr von den Lebensverhältniffen des berühmten Landsmanns, wäre dies möglich, wenn er dieses wirklich gewesen, und ein Jahrhundert nur später gelebt hat! Interessant ist gewiß die Notiz, die mir HerrSennor Sachs aus Neu-Sagar (unn bei Mitan mitgetheilt hat, daß in seiner Vaterstadt ein R. Salomo Marcus Eharasch eine alte Papierhandschrist befftzt, die mehrere R. G.A. des vnn» und einen Inder von anderen, aber fehlenden niB enthält; in diesem Inder aber lautet die eine Anfrage so: aan ömäwi ‘»"ülä TO ü» rfc&Oö?N">N; eine britische Frage, die wenigstens älter als die neueren Forschungen ist. Ebenso bemerkenswerth ist das Ceyfuredict, das ich in einem Buch ans dem Jahre 1761 gefunden habe. Ein R. Simfon Kalir yrnnw gab in diesem Jahre in Franks, a. d. O. den ■'fpyti mi» wn mit einem Commentar heraus. Die Censurbemerkung des Professors W. B. A. de Steinwehr vom 1. Oet. 1761 lautet so: „Lot vmnmo tum antiquitate generis, mischnicorum fere aetati doctorum aequalis, quam suo, suos Inter merito non uno cpnspicuus homo Indaeus 9.7coXvyXcoTros, Samson Kalir Hierosolymitanus; multas * non emendi aut vendendi quaestu ductus, longis peragrans itineribus regiones; ibique tantum consistens, ubi matheseos, astrononuoae inprirois scientiae opes, quas praecipue in lucro ponit, comparet, com-» paratas aliis impertitur etc." Er selbst gibt seine Vaterstadt in der hebräischen Einleitung - nicht an; er sagt bloß worm -nta wi "rd-r is pnsnb .jwjk nn'Ai .rm»!? Tfrt Mvn i« w pmn ^und bereist Constautinopel, Italien und erwähnt in Deutschland erst Fürth, dann Bamberg, endlich Berlin und Frankfurt a. d. O. So viel ist gewiß, daß er aus Palästina und in seiner Familie noch vor der kritischen Frage unserer Zeit die Sage einer alten Abstammung vom uralten Kalir, den er für einen TaNa hielt. Herrschend war. Der Grund seines Namens ist doch jedenfalls auffallend.. Es lebt in Brody auch, wie Vielen bekannt sein wird, eine Familie Kalir, deren Haupt der Greis R. Süßkind Kalir ist, der Sohn des Colliner Rabbiners.und Zeitgenossen R. Ezechiel Landau's, R. Elieser Kalir, der Verfasser des *m zu Pefachim, und der Schriften rm und anderer Werke. R. SüßkLnd wird bereits Ln Büchners N1NL als pxL und in der älteren Sulamith erwähnt. Ueber ihn hat mir auch diese Notiz oben-