Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 190 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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I$Q Sur Mffenschast des ZudenthmNS. 6) Die vou Hm, Br. G. dem R. Akiba vorgeworfene „Düsterkeit und Härte", wE er die Rotte Korachs der Verdammniß prrisgibt, hat der Unterzeichnete bereits stüher vom religiös-fittlichen Standpunkte aus zu motivtren versucht. Siehe israellt. Predigt- und Schulmagazin, Iahrg. 1836. S. 361. S. 65: .„Die rabb." Erklärer jedoch folgen auch hier (Berachot I. 6, bei den Worten der Mischua NLV — selbst trotz der Abweichung der j. Gem. -77. sclavisch jener agadischeu Andeutung der b. Gem., und Maimonides kann sich nur zu einer flache« Rationaliflruug der Legende erheben k," — Hrn. Br. G. gefällt die in der b. Gem. mitgetheilte Legende vom plötzlichen Ergrauen des R. Eliefer b. Asariu nicht und man wird deßhalb nicht mit ihm rechten, obgleich die Geschichte ähnliche Fälle kennt. (Vgl. Pinner's Compend. S. 28.) — Maimonides verdient aber gewiß nicht das Epitheton „stach" wegen seines Stretens der einmal sich vorsindenden Sage das Craß - Wunderbare zu nehmen und fie natürlich zu erklären. Befinden wir uns jetzt auf einem anderen Standpunkte, die'alte Anschauung als Sage oder Mythe hinnehmend, so seien wir doch nicht undankbar gegen unsere Ältvordereu, welche, hatten fie jene Höhe, deren wir uns rühmen, zwar noch nicht erklimmt, dennoch das Vernunftwidrige aus den tradirten Er« zähluugen zu entfernen und dadurch dem Aberglaube» zu begegnen strebte». So war also auch ein Ralbagd flach, weil er das Stillstehen der Sonne imBuche Ivsua natürlich erklärte ^)! ' S, 76; „Die Verschiedenheit zwischen und (Btzruedot 8, 5) bleibt ihnen (der h. Gem- und den späteren Rabbiyen) ganz unklar, so daß darüber das .Ungenießbarste vorgetragen wird," — Wahrlich jene Ansicht der egyptischey Weisen^ daß das Feuer ein beseeltes Thier sei, ist aber wohl noch ungenießbarer als. was Gemara und Rabhinen hier über dieses Thema sagen! - . S. 71; „Sehen wir voy diesen bloßen Vevnuthungen der Gem. ab (den i n Pea 2, 6. vorkommenden NL2LN ttr» yenattt betreffend), sp war Simon wohl kein Gelehrter vom Fache, sondern bloß dem Haushalte GarnaliePs gngehörig." — Mag nun die Vermüthung der Gem-, daß Simon Verfasser oder Redakteur eines Traktats über die Opferordnung im Tempel-war, begründet sein oder nicht (obgleich solche Vermuthungen nicht aus der Lust gegriffen, sondern gewöhnlich tradirt waren, vergl. Erubin_79a.), so kann doch nicht geleugnet werden, daß Simon Gelehrter vom Fache war, da er in der Tosefta 3oma EaP. 1. über Gegenstände des Opfercultus verhandelt. Schließlich bemerke ich noch, daß diejenigen Stellen , welche in der Recension des Hrn. Dr. Gratz und in den Gegenbemerkungen des Hrn. Br. Geiger berührt wurden, von mir übergangen worden find, um in jenen Streitpunkten nicht zu iyterveniren. Dresden, im März 184ß. Dr. B. Beer. 1) Bei dieser Gelegenheit lann ich nicht umhin, zu bemerken, daß Hr. Br. Gratz in denselben Fehler verfällt. Weil Maimonides' Auffassung der Opfer-' gesetze nicht in sein System paßt, nennt er solche.,,höchst oberflächlich"! (Siehe Wrzhest dieser Zeitschrift S. 84.) Geziemt es uns wohl, die tief durchdachte und jedenfalls höchst unbefangene Theorie eines der größten Lehrer des Jndenthums so zu bezeichnen, weil fie unserer Ansicht riW> widerspricht! Wahrlich, fast scheint es, als lebten-wir im Zeitalter Rechaheams, „wir verachten den Rath der Alten"!