Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 189 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur. Wissenschaft des JudenthumS. 188 nach Auferstehung der Todten oder die Messiaszeit verstanden wird, schließt die allgemeinere Bedeutung dieses Ausdrucks auf jede Zukunft nach dem Tode (wie Unter Anderm gewiß 4, 16.) nicht aus. Es istim hausig der Fall, daß ein und derselbe Ausdruck nicht nur 'im engeren Und weiteren Sinne gebraucht wird, sondern sogar im letzteren Falle seinen Gegensatz mit begreift. Um nur ein Beispiel zu nennen, so bezeichnet min eigentlich nur den Pentateuch, im Gegensätze zu den übrigen Büchern der heiligen Schrift, welche nur rtap mni heißen, dennoch wird der Ausdruck rninn ’p wieder an vielen Orten auf die ganze h. Schrift ertendirt. Dieß mußte um so mehr der Fall sei» bei Bezeichnung von Zustanden wie u. s. w., welche man sich doch (selbst noch heutzutage) nicht mit der Klarheit und Prägnanz vorzustellen vermag, wie reale vorliegende Gegenstände. — 2) Daß die Liturgie (in den 18 Segenssprüchen) nur von der Auferstehung sprlcht'und die künftige Welt nicht erwähnt, rührt daher, weil man jene, gleich dem Regen, als einen neuen wunderbaren Act der Allmacht Gottes betrachtete, wahrend der Begriff einer steten geistigen Fortdauer nach dem Tode (bestand er einmal) schon mit der Vorstellung von der Weltenschöpfung coharent war und in den- Worten iwi 'KteftV . zu Anfang der 18 Segensprüche mit ausgedrückt wird. Vergl. öiWö» ed. Ven. p. 36. — 3) Zu den Worten des Verfassers (S. 43), daß die von den rabbmischen Erklärern aufgestellte Ansicht „die M. behaupte, daß auch der, welcher zwar an Auferstehung glaube, aber deren.Erweisbarkeit aus der Thora leugne, gleichfalls des Antheils an der k. W. verlustig fei", gegen den Geist der-Mischna sei, ist hinzuzufügen, daß bereits Beer Löser Parnas im 2-w 2»2 wirklich nachzuweisen sucht, die richtige Leseart in der M. sei (analog mit der Beraita) tmatt n^rarü 1212N ^2. — Dahingegen ist 4) die von Hrn. Vr. G. behauptete Wahrscheinlichkeit, „daß nach der Anschauung der Mischna die Nichtjuden vom Antheil an der k. W. ausgeschlosten sind", um so unwahrscheinlicher, als es kritisch ziemlich feststehet, daß der Eingangssatz 'xn ^»2 bloß eine spätere Hagada ist (denn beide Gemaren und Raschi — nach der richtigeren Leseart— hatten diesen Satz nicht in der Mischna, s. 2p3* und 22Ä 2»2), mithin hieraus nicht geschlossen werden kann, daß die Mischna Nichtisraeliten an der k. W. nicht Antheil nehmen lassen wolle. Uebrigens aber gehet die, Tendenz der Mischna im Abschnitt Chdek — dem ganzen Zusammenhänge nach — dahin, alle von der k. W. Ausgeschlossene speciell aufzuzahlen; wäre dieß ihre Meinung auch hinsichtlich aller Nichtjuden, so hatte es ausdrücklich gesagt werden müssen. Das »an kann hier um so minder Platz greifen, da es sich nicht um einzelne Claffen von Sündern (welche die Beraita's noch hinzufügen), sondern um eine ganze Kategorie handelt, und es nöthig gewesen wäre, hier der Meinung des R. Josua (welche dem Redakteur der Mischna wohl bekannt sein müßte) entgegenzutreten. — Die besondere Erwähnung des Bileam beweist wohl für die Nichtausschließung anderer Nichtjuden, denn dessen Bevorzugung als Prophet würde ihn wohl keineswegs -rwie der Verfasser meint — von der allgemeinen Verdammniß haben erretten können, da er gerade als Verführer des israel. Volks zur schlimmsten Klaffe der Frevler gezählt wird« Daß die Erwähnung der sündigen vvrmosaischen Personen nichts für eine mildere Ansicht der Mischna beweisen soll, „weil diese als vor der Entstehung des Judenthums mit einem anderen Maßstabe gemessen werde", ist nach dem Principe des Verfassers gewiß nicht stichhaltig, da man diese spätere Ansicht (das tro wi n»"i) der Mischna wohl nicht vindiciren kann. —