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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-05-01 · 5 (Mai 1846) · p. Seite 188

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
5 (Mai 1846)
Date
1846-05-01
Page
Seite 188 (sequence 30)
Language
German
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188 ”, Zur Mffenschast des Zudenthums. stimmigkeit, wie Ben AsaL (und richtig aufgefaßt auch R. Elieser ben Afarka) beweist. (Siehe auch weiter meine Bemerkung zu S, 41.) - " . Ebendas. Z. 18 gehet der Hr. Vers, sogleich auf über, sagt aber gar nichts zur Erklärung der Worte der Mischna ffn* nanö.-Föh NM1, die fich unmittelbar vorher befinden. — Bedurften diese Worte gar keine Erläuterung, daß die trefflichen Lehren, welche.die Gemaren hier geben, verschwiegen werden? — Nach der b. Gem. heißt nämlich ri2M wer eine Frauensperson in's Wasser stürzen stehet und ste aus falscher Schamhaftigkeit nicht retten will; nach per j. Gem., wer ein Kind in's Wasser stürzen stehet und auSruft: „sobald ich meine Tefillkn abgelegt haben werde, will ich es retten", oder wer von den ErstlingSfrüchten nicht genießen will, in dem Wahne, dieses Gebot sei noch jetzt in Anwendung, ober endlich, wer den Verfolger eines verlobten Mädchens (welcher, wenn die Gefahr von dem Mädchen nicht anders abzuwendeu ist, getödtet werden darf) verschont, um kein Blut zu vergießen, während dadurch die Unschuld der verlobten Jungfrau preisgegeben wird. — Von ens Slv"i geben beide Gemaren verschiedene Beispiele an, als: „Wer den dichter -vor Ankunft der Gegenpartei durch glatte Worte zu bethören sucht", „wer HülfSbedürftigen und Waisen hinterlistige Nathschläge ertheilt", „wer stch öffentlich als Muster guter Handlungen darstellt, um seine Laster zu verdecken", „wer für sich die Ausübung des Religionsgesetzes erleichtert, fü r A nd er e aber erschwert", oder, wie Ulla meint, auch „wer stch für einen Gelehrten ausgtbt, daß Unkundige seinen Aussprüchen gehorchen, ohne die erforderliche gründliche Kenntniß der Gesetze.zu haben." — i-jiöns NWX emendirt eine Leraitu in der b. Gem. durch „Betschwester" und „Klatscherin, die herumläuft, um Klätschereien anzubringen." — Bon den Individuen, welche mit den bezeichneten Lastern versehen stnd, sagt der Talmud, „daß ste die Welt vernichten", und da schien dem Hrn. Berfaffer eine Darstellung dieser Einzelnheiteu, welche doch einen so tiefen Einblick in die Sittlichkeitsprincipien der Talmudisteu gewähren, überflüssig? — S. 41. Hr. Dr. G. citirt hier zur Erläuterung der Mischna Baba Mezia 4, 10. die von der b. Gem. 58b. (mit Varianten) angeführte Tosefta Cap. 3. (nicht 5.), „daß Täuschung durch Worte von der Bibel noch mehr verpönt sei, als im Handelsverkehre, weil es heißt ", wie dort weiter ausgesthrt wird. — Dieß Ist eine von den wenigen Stellen in diesem Merkchen, ^wo der Hr. Vers, die talmud. Interpretation ohne Widerstreben wiedergibt, ,wie ich. gern anerkenne. — Wären jedoch die einzelnen Sätze über Verpönung jeder Täuschung durch Wort und That, welche die Gemara hier an die Mischna und Beraita aureihet, mitgetheilt wordennamentlich wie man stch in seinem Hause und gegen seine-Gattin in dieser Beziehung zu verhalten habe, so würde der Leser unter Anderm auch ersehen haben, daß das weibliche Geschlecht im talmudischeu Judenthume nicht so tief stehen konnte, wie der Verfasser -früher behauptete (s. oben). - ' S. 41 — 48. Die Einzelnheiteu der vom Verfasser gegebenen Darstellung des Begriffs pon ich tb® u. s. w. zu fichten und näher zu beleuchten kann hier nicht der Ort sein, sondern Gegenstand einerbesonderen Abhandlung^ Nur Folgendes will ich bemerken: 1) Wenn man stch einmal au recipirte Erklärungen nicht hält, sehe ich .nicht ein, warum unter sVtt nicht auch f/cin rein geistiges Leben, unmittelbar nach dem Tode des Körpers beginnend" gedacht werden könne. Daß unter Ä'ns allerdings zuweilen bloß die Zeit

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