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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-05-01 · 5 (Mai 1846) · p. Seite 184

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
5 (Mai 1846)
Date
1846-05-01
Page
Seite 184 (sequence 26)
Language
German
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134 Zur Wissenschaft des ZudenthumS. ausgestellten Meinung über MaimonideS' Ansicht von der N^LN hatte ich an Hrn. Dr. Geiger die Frage , gestellt, warum ein Ln der besprochenen Mischna HIvmü. 1, 5.)^ sich darbietendes Argument für seine ,sonst nicht ^mmer glücklich und leider nicht genug unparteiisch durchgeführte" Ansicht, daß die Gemara den Sinn der Mischna häufig nicht mehr gelaunt und darum verdrehet habe, von ihm übergangen worden sei? Ohne nun auf meine Frage eknzugehen und den angegebenen Fall näher zu besprechen, entgegnet Herr Dr. Geiger (in Nr. 5. des Lit. Bl. zum „Israeliten des 19. Zahrh.") inr Allgemeinen: „daß die Männer, welche doch in ihrer Befangenheit noch nicht alle Redlichkeit ertödtet haben, das Resultat im Ganzen* zugeben müssen, aber sich dabei unbehaglich fühlen und dieser Unbehaglichkeit sich durch, den unbesonnen geschleuderten Vorwurf (der nur ihnen gebührt) von Einseitigkeit und Parteilichkeit entledigen möchten — wie z. B. Hr. Dr. SQeev in Dresden — Herr Dr. Geiger scheint jedoch meine oben angeführte. Bemerkung mißverstanden zu Habe«. Ich war weit entfernt, die Ansicht, daß die Mischna als ein selbstständiges Werk zu betrachten sei, mithin deren Sinn von der spateren Gemara zuwellen, nicht mehr ganz richtig aufgefaßt werden konnte, in Abrede zu stellen, nur.muß volle Unparteilichkeit und nicht die vorgefaßte Meinung, daß die Lehrer her Mischna und Gemara unter dem Niveau gesunder und vernünftiger Erkenntniß standen; als Leitstern bei dieser Forschung dienen, wenn ein glückliches Resultat erstrebt werden soll. Dieß wurde sogar von dem katholischen Verfasser einer kritischen Dissertation über die Mischna, welche in dem - Recueil de dissertations critiques sur des endroits difficiles de TEcriture sainte etc. Paris 1715. sich befindet, von seinem Standpunkte aus beachtet. So entschuldigt Letzterer (!b. p. 595) die mancherlei Minutien im Talmud mit der scrupulösen Genauigkeit des damaligen Volksgeistes, „wovon auch das alte und neue Testament mehr als ein Beispiel darbteten"; hebt ferner den hohen Werth der ethischen Sprüche dep Mischna, besonders der PirKe ^dot hervor (p. 596), vindicirt dew alten Lehrern des Judenthums das Dogma „vom zukünftigen und ewigen Leben" und nennt den Ausspruch Maimonides' (zu Lerachot 9, 5.) „daß man deßhalb Gott sowohl für das Gute als für das Schlimme danken mrüffe, weil Beides zur Erlangung wahrer Glückseligkeit dienen könne". einem „eines Christen würdigen" Gefühle entsprossen (p^ 616); vergleicht ferner (p. 620. 621) mehrere Ritualbestimmungen und Rechtssatze der Mischna mit ähnlichen kanonischen und. juristischen Bestimmungen der christlichen Kirche nnd christlicher Staaten, und man findet das Resultat nicht etwa dem Judenthume nachtheilig. Daß aber eine mindestens ähnliche Unparteilichkeit der Ansicht über Wesen, Inhalt und Tendenz^ der Mischna und Gemara in dem Werkchen des Herrn Dr, Geiger sich nicht überall kund gibt, mithin mein Vorwurf nicht „unbesonnen" war, mögen beispielsweise folgende Belege erhärten, ' S. 21 der „Lesestücke aus der Mischna". nimmt der Hr. Verf. Bezug auf die Stellen ütSchebuot, wo „sehr iu's Einzelne gehend die sühnende Kraft der verschiedenen allgemeinen Tempelopfer angegeben werden und auch die der Stiere und Böcke am Versöhuungstage.^ Um aber Anfängern „ein klares, wahrhaft getreues Bsid von der Anschauungsweise der Mischna" zu geben, in Bezug aus die sühnende Kraft des Versöhnungstages, hatte die Hervorhebung pes. Sähes, „daß Sünden zwischen dem Menschen und seinen Nächsten durch

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