Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 183 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Allgemeine theologische Bibliographie. 183 .Neuere Geschichte der Israeliten von 1815 —1845 mit Nachträgen »^ Berichtigungen zur älter» Geschichte von Dr. I. M. Jost. Zwei Abtheilungen. Erste Abtheilung: Deutsche Staaten. Auch unter dem Titel: Geschichte der Israeliten^ Band X. Abtheilung I. Berlin 1846. Schlefinger'sche Buch- und Musikhaudlung. 385 S, 8. Der durch seine beiden, das größere in 9 Banden, 1820 und, das kleinere in 2 Bänden, 1832 erschienenen Geschichtswerke um die jüdische Geschichte sehr verdiente Herr Verfasser, der trotz mancher Mangel, welche in den genannten beiden Werken wohl nicht mit Unrecht gerügt werden, doch bjs jetzt allein als selbstständiger und tüchtiger Historiograph der Israeliten dasteht, hat sich durch vorliegendes Werk, welches die politische und Culturgesthichte der Inden in Deutschland wahrend der letzten 30 Jahre ausführlich behandelt, ein neues Verdienst erworben. Nachdem er in der 22 Seiten langen Einleitung in bündiger, kräftiger Sprache den Gegensatz zwischen dem Jahre 1815 und unserer Zeit, sowie die äußere und innere Entwickelung des Judenthums umrißlich und klar dargestellt, dem Geiste des Deutschthums dabei seine Huldigung gebracht — die aber wohl eher dem zu erreichenden Ideale desselben als der Wirllichkeit in. vollem Maße zukommeu dürste —, geht er an. das eigentliche Werk und mustert die deutschen Staaten in Bezug auf die Stellung und Entwickelung ihrer jüdischen Bewohner einzeln" mit großem Freimuthe und der ihm eigenen Unparteilichkeit und Würde, die er nach allen Seiten hin beobachtet, und die ihm um so mehr zum Lobe gereicht, als gerade in unserer Zeit die Parteien im Judenthume-so zahlreich und mit einer solchen Heftigkeit einander gegenüber stehe», daß Ausartungen in Persönlichkeiten und befangene.Verurtheilung nicht eben zu den Seltenheiten gehören. Obwohl nun andererseits der Verfasser seine Objektivität so weit-treibt, daß der Leser ein einheitliches,, das Ganze durchdrinv gendes Princip rücht herausfindet, und man namentlich in der Cultur- und Religionsgeschichte bei den angegebenen verschiedenen Elementen ungern die versuchte Angabe des rechten Standpunktes der Beurtheilung vermißt; so find wir doch dkm Verfasser großen Dank für die Genauigkeit seiner Forschung und Darstellung schuldig, von der sich Ref. in manchen Partien, in denen er sich ein Urtheil zutraueu darf, überzeugt hat. Wir begen die Hoffnung, daß dieses Werk sowohl die Juden zu der Erkenutniß und Würdigung ihrer selbst als dis Christen zur Aufklärung über ihre jüdischen Brüder und deren Leistungen und zur Hinwegräumung mancher Vorurtheile führen. Manchem aber zum Vorbild dienen werde, wie ein Beurtheiler der Tagesgeschichte die geziemende Würde beobachten kann. ' 35. 3m WiUenühatt des 2u-mthums. Bemerkungen in Bezug auf eine Aeußerung des Herrn Rabbiner Or. Geiger in Nr. 5. des Literaturblattes zum „Israeliten des 19. Jahrhunderts", meine Bemerkung - in Nr. 45. des Literaturblattes des „Orients" Jahrgang 1845, über „Geigers Lehr- und Lesebuch zur Sprache der Mschna" betreffend. Bei Gelegenheit einer Berichtigung der von Hrn. vr. Grätz in seiner kritischen Anzeige pon „Geiger'S Lehr- und Lesebuch zur Sprache der Mschya"