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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-05-01 · 5 (Mai 1846) · p. Seite 182

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
5 (Mai 1846)
Date
1846-05-01
Page
Seite 182 (sequence 24)
Language
German
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188 Allgemeine Wologtsche Bibliographie. zählende« KM rchgefaßt, wett diese Methode am geeitznetsten scheint, dem Kinde das Lerne« angehend zu machen und diestr Weg der sicherste zum -Herzen und Gerste deS Kindes ist. Das Werk zerfällt in -Lesebuch und Lehrbuch. Das Lesebuch brinytln der ersten Abtheilung: Biblische Erzählungen bis zum Tode MofiS, mit moralischen Meberschristen und moralischer Nutzanwendung am Schluffe jeder Erzählung^ Dir zweite Abtheklung enthält: Erzählungen zur Besörderung räigiösen Lebens und edler Gesinnung, und zerfällt -in sechs Abschnitte, ~ deren jedem Denksprüche und Gedichte angehängt sind. ' Jeder Erzählung ist ein bibllscher Vers und eine dem Sinne des Verfassers entsprechende Aufschrift borgesetzt. Das Lehrbuch hat drei Abtheilungenderen erste das für Kinder Mffenswertheste aus der Geographiedie zweite ans der Naturgeschichte, die dritte von Jehoschua bis auf die Maecabaerurw von den merkwürdigsten deutt scheu Kaisern erzählt. — Wenn wir dieses Schulbuch gern als ein tüchtiges snrerkenneu, fo glauben wir, ohne diesem trefflichen Buche Abbruch thun zu wollen» im ^ltereffe des Verfaffers selbst manchen Wunsch anssprechen zu muffen, den dersMe bei einer etwaigen nochmaligen Auflage vielleicht berücksichtigen durste. Bor Allem möge Manches entfernt werden, das nicht in das "Bereich der Jugend gehört. Sv 72 heißt es, es suchte der fromme Josaphat „den Verkauf der Mzwoth, diesen häßlichen Gebrauch im Gotteshause Handel zu treiben, abzuschaffeu." Das Kind soll nur gegen die Laster-gewarnt werden, die individuell sind und zu denen sich das jugendliche Gemüth gern hinneigt. Hingegen wird kein Lehrbuch für Kinder über' Staatsformen sprechen und Warnungen' z. B. gegen de» despottschen Absolutismus enthalten u. dgl. m.: das Kind soll nicht zu zertlich aus dem Kreise seiner Kindlichkett herausgeriffen werden. Wir wollen zwar nicht die gute Absicht, die der Verfasser mit anderen jüdischen Schulmännern theilt, verkennen: es soll nämlich durch die Kinder auf die Eltern selbst gewirkt und hierdurch nothwendigen Verbesserungen der Weg gebahnt werde»; allein dieses wiegt den pädagogischen Nachtheil nicht auf: wer ein Schulbuch für Kinder verfaßt, muß diese ausschließlich im Auge behalten. Auch dürste der Verfasser etwas logischer in den Erzählungen sein (so ist z. B. Schadenfreude .gerade nicht eine uothweudige Folge der Neugierde, wie es der Verfasser S. 70 darstellt), und etwas nrehr Sorgfalt auf den deutschen Ausdruck" verwende«; vielleicht könnte auch die Naturlehre bedacht .werden, wofür die hier ziemlich reich ausgestattete Naturgeschichte etwas kürzer zu fassen Ware. Am Eingänge der biblischen Erzählungen dürste Wohl der diesen Theil einleitende Vater feine Kinder aufmerksam machen, daß diese Erzählungen biblisch find, welches Büch die Bibel ist, und worin stch jene von änderen Geschichten un- - tttscheiden. — Wir könne» jedoch von dem Buche nicht scheiden, ohne ihm die möglichwriteste Vnbreitung zu wünschen. Herr Mauer hat sich durch dieses Schulbuch, das ei« schönes Zeugniß inniger Religiosität und tiefer Gemütlichkeit ist, ei» wahres Verdienst um das jüdische Schulwesen erworben: und werde» unsere Schulmänner durch Einführung in Schulen es in der Weise würdigen, wie christüche Schullehrer das Wilmsen^sche Lesebuch, dem es in vieler Hinsicht an die Seite gestellt werden kann, dann wird wohl auch der Verleger sich ln de» Stand gesetzt sehen, auch von seiner Seite für dessen Verbreitung beizntrage». /

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