Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 177 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Tagesbegebenheiten. 177 erhalten könn te, nicht beach tet. Dieser Vorwurf trifft in noch höherm Grade die die strenge Orthodorie vertretende Seite. Mögen dieseManner austreten und darlegen, was in unserer Zeit von ihrer Seite geleistet wurde, welche Anstalten sie für den Glauben Ln's Leben gerufen, welche Anstrengung sie gezeigt, welche Geldmittel sie geofert, welche Hülfsquellen eröffnet, welche Kräfte sie aufgeboten haben? Sollte es nicht ihre Sorge vorzüglich sein, an die Stelle der eingegangenen Etwas zu setzen, was diese vertrete? Können sie sich verbergen, daß manche Jünglinge, die sich aufrichtig dem theologischen Studium widmen wollen, die wissenschaftlichen Mittel, den Lehrort nicht finden? Wie man sich auch mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft vertröste, Eins, stehet fest: vb: und lassen wir die Wissenschaft aus unserer Mitte schwinden, so wird kein Wunder sie zurückführen. Rach der Lehrer Meinung war der Verkündigungen traurigste die: yi»arj (es wird schwinden die Weisheit der Weisen): und warum wird von der frommen Seite nichts gethan, um deren Erfüllung abzuwenden? Doch es wurde schon an einem andern Orte hierüber gesprochen (vgl. Januarheft vor. Jahrgang); hier ein Wort über Lehrerseminarien. Wir bedürfen ihrer, damit sich tüchtige Jugendlehrer, deren Grundlage das religiöse Moment macht, heranbilden: und doch werden diese Anstalten allenthalben vergebens gesucht. Nur zu Berlin und Cassel befinden sich Schullehrerseminarien; und es genügt, bVg Zunz an der Spitze des Berliner Seminars, stehet, um die schönsten Hoffnungen für seine dereinstigen Ergebnisse zu süssen. Ab§r man vernimmt bis jetzt zu wenig von den Leistungen und dem Erfolge der angestellten Prüfungen, und doch sollte schon um der Aneiferung willen Manches veröffentlicht werden. Unsere Zeit weiß selten die bescheidene Größe zu würdigen: und ist. bei dem größer« Theile des Publikums das Berliner Seminar in Vergessenheit gerathen, welches auch seit dem Tode Büdingers vomCaffeler gilt.—^ Um so erfreulicher ist das von Hannover aus sich kundgebende rege'lebendige Zeichen für Bildung eines Schullehrerseminars. Das Hannöver'sche Ministerium des Innern selbst hat diese Anstalt angeregt: und es ist diese Kundgebung der Staatsregierung ein Tropfen lindernden Balsams für den Schmerz, den das erst in der Neuzeit in Hannovererlassene Gesetz über den Judeneid in Jedem, der die Heiligkeit des Eides und die Würde des Menschen wahrhaft.achteterwecken mußte *). An der Spitze einer vom Ministerium hierzu ernannten Commission stehet, nach dem uns vorliegenden Aufruf, der Regierungsrath Unger, und ist diese Commission weiter zusammengesetzt aus dem Stadtsecretar Brauns, 1) In der bald an's Licht tretenden zweiten Auflage unserer „Eidesleistung der Juden in theologischer und historischer Beziehung" wird dieser hannöver'sche Eid naher besprochen werden. ' ' Frankel, Zeitschrift III. . 1A