Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 170 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Die Principien des Talmuds in Bezug auf Reformen im Jndenthnme rc. So findet man in der Gemara sehr oft die Halacha nach der Minorität der früheren Tanaim entschieden, wiewohl ein aus dem mosaischen Gesetze abgeleiteter Grundsatz fest stand wana nahm v>>ani T>m, weil man und mit Recht diesen Grundsatz nur für die gleichzeitige Abstim- - «ung einer Behörde über einen Gegenstand, aber nicht auch für die Verhandlung, einer nachfolgenden Behörde über denselben Gegenstand Ulten ließ; denn in dieser kann wohl eine Majorität, die die Meinung der früheren Minorität nach dem Standpunkte ihrer Erkenntniß und nach den Zeitumständen begründeter fand,, für dieselbe sich entscheiden. Co stellen ste, ohne Rücksicht auf jene Regel, die Grundsätze auf: vfflaa. nahn‘irroiBaa aäan wob aipa ha (Ketubot 77a. Baba Mezia 38b. Beehorol 24a. Ui a. m.), •’pn ap aps1’ “,a •'an wna (Jebamot37a. u. a. m.), ’rnrma sro nahn (Ketubot 37a.), ferner: baxa b^pan •na'ia nabn (Mored Katan 20a.), pamsa Vpana xnabn (Erubin 46a.), V'na lniaa nährt •jr'nxa b"prn ha (Berachot 36a. Schabbat 139a.). Endlich wird ausdrücklich noch der Grundsatz in der Gemara ausgesprochen nauan *>aa .ttabn piab px, Jerusclialmi Pea 9a. niahnn;a sh pTab px und Labil Nidda 7b. aiabrn ■»aa nahm paab px (nach der richtig recipirten Lehrart), worunter nach den einstimmigen alten Erklärern die Mischna verstanden wird, denn diese wurde von den Emoraim angesehen als ein ihnen zur Bearbeitung übergebenes Werk, das sie zu prüfen, zu vergleichen und gründlich zu untersuchen haben, um darüber nach ihrer Einsicht zu urtheilen und zu beschließen, wie dieß auch Raschi in der angeführten Stelle zu Nidda bemerkt und noch deutlicher begründet ausspricht Chagiga 10a. naiaaV waa w. Daher auch die bekannte Regel ->xnvaa xnahn, die Tosefot (Kiduschin 45b.) sogar auf die Eontroverse zwischen Lehrern und Schülern anwenden will (stehe übrigens noch ■raP mn nib Nr.94.anaipaa n'-ahna nahn px nn). Aus dieser kurzen Skizze erstehet man, daß bei den rabbinifchen Satzungen die Fortentwickelung, wie zu erwarten war, schneller vor sich ging, die Reformen sich öfter wiederholten, als bei den mosaischen oder als mosaisch gehaltenen, und für das Princip, nach welchem dieses Alles geschah, wird gewöhnlich der Ausspruch der Mischna Edujotl^ 5. angenommen, wo es heißt >xv>, panan pa t'h-n pian pwia nabt ■pao“'i ,Trrn ■nan nx na wir1 axia , panan °>nana xbx robn pxi psaa rtaana uaa bnytrw« ns in^an nännan haah blas na pxsr nb» und dieser letzte Satz wird in der Gemara (Aboda Sara 36a.) auf Entscheidungen beschränkt, die in der Praris sich allgemeine Geltung ver- 3. Jahrg- S. 75, daß die Emoraim nie einen allgemeinen Auösprnch der Tanaim bekrttte» haben, zu berichtigen.