Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- Seite 168 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Die Principien des Talmuds in Bezug auf Reformen im Judenchume rc. wicht als auf die Satzungen, die mittelst der Jnterpretationsregeln abgeleitet wurden, wie es Mischna Keritut 3, 9. heißt v«i iaps ndbn V8 roitun iai pnb u. s. w. Jedoch durfte bei ihnen nicht das letzte Prineip angewendet werden, wie Aasir 56k. zu ersehen ist. Aber die unter »Vn begriffenen Satzungen können nur Entscheidungen sein, die für die unmittelbaren Anwendungen in der Praris gegeben werden, und durch die Praxis sich weiter fortgepflanzt haben, wie dieses schon in dem Begriffe n-bn liegt. Siehe Targum Onkelos zu Kenesis 40,13. und zu Exod. 21,9. und Mes.Soferim cap. 14. §. 8. nsaps insVfi ‘pxia an» tarva is und dadurch unterscheidet sich auch der Ausdruck »t'n wesentlich von dem Ausdrucke ^«a, unter dem größtenthekls Theorien über mannigfache Gegenstände und solche Entscheidungeil als traditionell angegeben werden, die nicht zur unmittelbaren Anwendung im praktischen Leben ertheilt worden sind. Deßwegen haben auch jene unter »Ä begriffenen Satzungen eine so hohe Wichtigkeit erlangt, weil sie durch die Praxis sich fester gesetzt und tiefer eingelebt haben. Zu diesen Halachot, die den mosaischen Gesetzen gleichgestellt werden, sind auch jene zu rechnen, bei welchen es in der Mischna heißt ■ha» was«, wie schon erwähnt, ferner die bekannten 18 Geserot, welche in der Schule des Hillel und Schamai einstimmig beschlossen wurden, weil, wie im Talmud Jeruschalmi Sobahbat zur Mischna 4. bemerkt wird, dieser Beschluß nur mit Lebensgefahr abgefaßt werden konnte pi^niBsaa vnb .-i^isriL >>as», und es galt der Grundsatz panaa« ■a»oa naai Tawa mas y-ra v^pnnlisno vl-s )was *tä (das., dann Schebiit 1 §. 5. Peacb 1. §. 3.). Ad III. Bloße Theorien, die gar keine Anwendung auf's praktische Leben zum Zwecke haben, machen auch keinen Anspruch auf Gültigkeit, und können sie von den Spätem negirt oder widerlegt werden, wie dieß in der Agada häusig der Fall ist (siehe Lab» Katra 15a. b. Syuhedrin 90b. ff. Chnlin 27a. u. s. a. m. O.). So behauptet auch Schmuel 6ba§k§a 10a. gegen die Mischna ^irra inn und gegen die Tanaim, die eine Stütze für tmia, irn zu finden sich bemühen 'pP'ts ■»«ntg« onh . 1) Während wir von dieser Mischna sprechen, können wir nicht umhin, anf die sträfliche Oberflächlichkeit derjenigen aufmerksam zu machen, die in neuester Zeit zur Berdächüguug des Talmuds aus derselbe» schließen wollte: fie gebe die Auflösbarkeit der Eide für eine göttliche Tradition aus. Wer diese Mischna versteht, muß vielmehr in ihr einen Beweis der Redlichkeit in Beziehung auf die Quellenangabe finden, indem fie da, wo fie keinen Anlehnmigspunkt für die Satzung hat, es offen gesteht, daß ste gar keine Stütze habe. Wollte fie diese Lehre als Tradition ausgeben, so würde fie sich nicht des Ausdruckes."f'ixa prfflB' bedient ha-