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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-05-01 · 5 (Mai 1846) · p. Seite 165

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
5 (Mai 1846)
Date
1846-05-01
Page
Seite 165 (sequence 7)
Language
German
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Die Principien des Talmuds ln Bezug auf Reformen im Jndenthume rc. 165 heben, die Schwierigkeiten, die die natürliche Erklärung bietet, zu beseitigen, die herrschenden Satzungen und Gebräuche zu rechtfertigen, andere neue,, die die Zeitumstände erheischten-, zu motiviren und zu sanctioniren, und so das ganze Leben mit der Schrift in Einklang zu bringen. Um aber bei dieser Anwendung der Willkür und der subjektiven Ansicht nicht zu freien Spielraum zu lassen, wird sie oft auf gewisse Fälle beschränkt (Nasir 56b. it; a. m.) und wird derjenige, der aus diesen Regeln eine Anwendung gegen die in der Praxis lebende Satzung macht, ein na^na s&a naina öaa stias genannt, der keinen Theil an der zukünftigen Welt hat (^bolb 3, 11.). Siehe auch L^lideärin 99a.Diese hier zusammengestellten Grundsätze dürften nun alle Principien sein, die dem ganzen Talmud zu Grunde liegen, und durch deren zeitgemäße Anwendung der Pentateuch die Gestalt und den Umfang gewonnen, in welchem wir ihn daselbst erblicken; sowie die unter Aristoteles und anderen alten Philosophen anerkannten allgemeinen Grundsätze der Natur unter den folgenden Naturforschern bis zu unserer Zeit eine ganz andere Gestalt und einen weit größeren Umfang bekommen, ohne daß sie selbst im Wesentlichen verändert oder gar umgestoßen werden konnten. Aber zu diesen aus der Schrift eruirten und ermittelten Satzungen gibt es noch viele andere im Talmud, die entweder als »Än Traditionen, die keine Gewehr und Stütze in der Schrift finden, oder als ffra tvupn rabbinische Einführungen und Satzungen ausgegebett werden, die entweder Zeitumstände an und für sich oder die durch diese entstandene Befürchtung vor einer Verletzung eines mosaischen Gesetzes veranlaßt. Nun entstehet die Frage, welchen Gang der Entwickelung haben sowohl jene aus der Schrift abgeleiteten als die letztbenannten genommen, und nach welchen Principien werden sie im Talmud behandelt?—Daß die oben angegebenen Principien auch auf diese Satzungen, insoweit sie auf dieselben anwendbar sind, angewendet werden können, muß nach allem dem, was wir bei der früheren Entwickelung bemerkt haben, außer allem Zweifel sein; denn die Rabbinen können consequenterweise ihren Deduktionen und eigenen Anordnungen keine größere Autorität und Unantastbarkeit beilegen, als dem göttlichen Gesetze selbst1 2), und wirklich finden wir auch die Mei- 1) Die Behauptung daselbst-pin a-raffln "p rto minfi ia “rast'■’öst ma'iw atu ,1, s-'5ä nt npa nt pfip-ra hat also nach unserer begründete» Ansicht den Sinn: Wer da behauptet, diese vom Obergerichte anerkannte Erklärung vermittelst der.eingeführten Regeln 'sei nicht von Gott gebilligt, der hat k. ' - . . .. 2) Wenn sich auch im Talmud'Stellen finden, woraus zu schließen wäre, daß die aus dem Gesetze abgeleiteten und alle rabbinische» Satzungen wichtiger

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