Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 4 (April 1846)
- Date
- 1846-04-01
- Page
- Seite 159 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenfionen. 15S llche Wahrheit erkennen, und jedem Christen, der sich mit der wahren israelitischen Religion bekannt machen will, die trefflichen Schriften des gelehrten und aufrichtigen (?!) Rabbiners Dr. Holdheim zu empföhlen." Ich gönne Holdheim einen solchen Verehrer, ob nicht gar obige Stelle aus H.'s Schriften ist? ich weiß es nicht, da ich nicht sehr bewandert in denselben bin; ich traue nur Herrn Deffauer das schlaue Kunststück gar nicht zu, mit dem hier die orthodoren Rabbiner zu „schalen Rationalisten" gemacht werden. Zuletzt verehrt er noch die Frankfurter Reformvereine, mehr noch die Braunschweiger Rabbinerversammlung, am meisten die Berliner Genossenschaft. Das Aktenstück vom 2. April wird wörtlich mitgetheilt, die 7 Männer unsterblich gemacht. In der Allgem. Zeit, v- I. hat Philipson eine kurze Anzeige dieses Buches gegeben, in der nur einiges gerügt war. Dafür übersiel ihn Deffauer mit wöthenden Schmahartikeln in beiden Zeitungen (Orient, A. Z. d. I.) und drohte mit grimmigen Phrasen Jeden zu erdrosseln, der etwas Aehnliches wagen werde. Noch mehr, Herr vr. Leutbecher, der Verfasser mehrerer Schularbeiten über französische Sprache, übernahm es, das Werk im Orient, Literaturbl. Nr. 42. zu lobpreisen; ein schweres Unternehmen, das er aber eben so gut wie sein Belobter das seinige vollendet hat. Es ist unerhört in den Annalen der Journalistik, daß ein solches Buch eine solche Anzeige gefunden, daß von diesem Buche, „es sei mit rastlosem Fleiße gearbeitet", von diesem Manne, „er sei ein tüchtiger und gründlicher Geschichtsforscher", von diesem Style, „er sei fließend, anziehend und zuweilen klassisch", gesagt worden ist; das Erstaunen über die Möglichkeit eines solchen Buches weicht der über eine solche Anzeige; in ihr wird einfach als ein Versehen bezeichnet, daß Raphael Hirsch bei den holländischen Gelehrten steht, weiter enthalte es ja keine Fehler. - Zur Abfassung eines solchen gehört entweder kein Gefühl oder kein Wissen, oder kein Gewissen und Bezahlung. Die Verlagsbuchhandlung bedauere ich, daß sie hier von den Wenigen, die sich jüdischer Literatur annehmen, gerade so betrogen worden ist, es ist um so trauriger, als es für die Gesammtheit jüdischer Autoren, schädlich ist. Im Orient, Litrbl. Nr. 48. wird ein Schreiben des Großherzogs von Baden an Dessauer mitgetheilt, worin er sich für das Buch dankend und lobend aussprkcht. Das ist ja das Schicksal der jüdischen Literatur immer gewesen, daß die Anerkennung christlicher Seits, von Potentaten und Gelehrten nie den Kern, sondern nur die Schale berücksichtigte; noch immer lobt man alle die, die Deutsch schreiben können; sich zu denken, daß jüdische Wissenschaft schon auf dem Standpunkt stehe, wo man gewisse Machwerke verachtet, wo der wahre Maßstab der Kritik gehandhabt wird, wo man nicht mehr an der Krücke der Elemente gehet, in der Jedes und Alles aber gut geheißen wird, weil die Nation sich zu germanifiren anfange, wo man sich eben Mühe gibt zu erfahren, ob es schon Stufen unter den Leistungen der Arbeitenden gibt, dazu ist man lange noch nicht gekommen; noch nach langeu JaWen, wenn so ein Fürst oder Gelehrter einen Juden oder jüdisches Werk kennen lernt, wo deutsche Elemente vorhanden find, ganz abgesehen vom qualitativen Werth, wird er ausrufen: „Heil uns und Euch, die Juden fangen an, sich zu climatisiren, zu germanifiren!" Und Deffauer handelt wie Simri und fordert Lohn wie Pinchas. Noch Etwas: Vor dem Buche steht ein Bild, das Bild des Verfassers. Daß es der Verleger hinzufügte, weil er dadurch dem Volke eine größere Meinung von dem Autor beibringen wollte, ist zu verzeihen. Der Verfasser gehört wahrscheinlich zur Claffe der modern-israelitisKen Bilderverehrer, „die ihren Gemein-