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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-04-01 · 4 (April 1846) · p. Seite 152

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
Seite 152 (sequence 34)
Language
German
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152 Zur Wissenschaft des Judenthums. ein ewiges Leben deutlicher hervortreten als bieg je geschehen ist; deutlicher, denn mit Recht spricht er sich gegen die vielbewegte und vielbesprochene Meinung aus, als hätten die Juden der Schrift nichts von einem solchen Glauben, „ohne den doch die ganze Weltanschauung derselben dunkel und lichtlos erschiene", weil die so oft in der Schrift hervorgehobene geistige Seite des Menschen als des nach Gottes Ebenbild geschaffenendoch ohne den Gedanken an eine ewige Dauer dieses Geistes dem Körper gegenüber dann inconsequent und unverständlich sein würde. Es wundert uns nur, daß er das Wort von Leibnitz dabei nicht erwähnt, was von den späteren Philosophen wenig genug beachtet wurde (z. B. Hegel Phil, der Gesch. l. Ausg. p. 203). „Cependant Moise n’avoit point fait entrer dans ses lois la doctrine de l’immortalite des ames; eile etoit conforme a ses Sentiments, eile s’enseignait de main en main, mais eile n’dtoit pas autorisde d’une maniere populaire etc.“ (Theodic^e pr6face in Leibn. opp. omn. philos. cd. Erdmann p. 469. auch Munk Palestine p. 149 ist hier zu vergleichen); insofern wird auch der alte, wie ein Witz klingende Satz besser zu verstehen sein, daß die Bibel deßhalb von der Fortdauer des geistigen Lebens nicht gesprochen habe, weil diese sich ja von selbst verstünde. Ebenso schlagend widerlegt der Verf. die Meinungen der jüdischen Rationalisten der Neuzeit, die in den Anschauungen des Midrasch und seiner Weise mit dem heiligen Terte verfahren, ein getrübtes exegetisches Bewußtsein finden; das Analogon aus den platonischen Etymologien ist geistreich und treffend gewählt *). Im zweiten Paragraph behandelt er die Gebete in der talmudischen Periode — 800 n. Ehr. Obschon von stehenden Gebeten die Bibel nichts hat, so kämpft er doch abermals mit Erfolg gegen die geistlose alte Meinung an, als sei das Opferschlachten das einzige wesentliche Moment des altjüdischen Gottesdienstes gewesen, und die Psalter für das Gebetbuch der Gemeinde mit Köster zu halten, ist gewiß insofern richtig, als er die Lyrik der Psalmen mit Recht nicht hervorgegangen aus dem Genie eines Einzelnen, sondern des ganzen Volkslebens ansteht. Er setzt dann, auf die Forschungen vonRappoport und Zunz gestützt, die Gebete aus einander, die noch von der Zeit vor dem Abschlüsse des Talmuds überliefert find', und bemerkt dabei, daß über die Feier des Bersöh- -nungstages sich nichts in heimischen Quellen findet. Weil er dabei aber den Philo citirt, so wollen wir hier die Lösung einer ähnlichen Stelle im Josephus auknüpfen, die so oft mißverstanden worden ist, als sie gelesen ward, in der der Versöhnungstag erwähnt wird und bei der man nur immer das Natürliche übersehen hat. Werth. 14, 4. 3. erzählt Josephus, Pompejus hätte Jerusalem erobert zgizov (irjvct zfj z^g vrjazsiag rftiegy.“ Weil an demselben Tage Herodes die Stadt erobert, so findet fich noch einmal Alterth. 14, 16. 4. „tw xgiza tir\vl zij hoQzrj z^g v7jGzaicig.“ Man wußte keinen dritten Monat, in dem ein Festtag wäre, obschon man von Nisan, Jjar re. an zahlte; Jost *) (Gesch. der Israel. 1. Anh. 13.), der die Hypothesen der Frühern aufzählt, räth *) Vergl. über einen verwandten Gegenstand Vorstudien zu der Septuaginta S. 132 ff. F. 1) Jost folgt hierbei schon Leydekker de republica Hebr. p. 635. cf, p. 25. Eine andere Meinung, die den dritten Monat der Belagerung versteht, was ebenfalls nicht auf Beides passen würde, cf. Reinhard Einleit, zu weitst Geschichten p. 26. Die alte Erklärung des Chrojiicon Carionis (Frankst 1624) p. 633 halt den Pascha fest.

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