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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-04-01 · 4 (April 1846) · p. Seite 149

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
Seite 149 (sequence 31)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. £49 angemessenen Vortrag horchen, und wie sie wahrhaft befähigt werden können, gute Kinder, gute Menschen, aber auch gute Israeliten und die beßten Bürger des Staates zu werden. — Haben wir denn aber nicht hierzu den Religionsunterricht? Allerdings! — Allein den hatten wir fast eben so auch schon vor zehn Jahren und darüber. Lassen Sie uns nun die erfreulichen Folgen dieses Religionsunterrichts in den meisten israelitischen Jünglingen oder auch Mädchen unserer Zeit untersuchen! Sind die meisten nicht so gut als religionslos? Was soll nun hieraus werden, wenn das so fortgeht?-Aber spricht so Mancher unter uns, wenn es nicht uns schon vergönnt ist, die ersehnte Emancipation zu genießen, nun, so wollen wir sie doch wenigstens unseren Kindern sichern. Diese scheinen jedoch den Muth und die Kraft nicht zu haben, den weit kürzern Weg hierzu einzuschlagen, auf dem doch auch Kr sie noch Rosen zu pflücken wären! —- Was nun das, gewiß von jeglichem Standpuncte aus, nur zu lobende Streben nach Emancipation betrifft, so wird durch Erstarkung unserer Jugend in der väterlichen Religion nicht nur nichts gehemmt, sondern vielmehr gerade gefördert. Es muß die auf festem Grunde bastrte moralische Kraft immerhin noch allgemeiner und überwiegender hervortreten, so daß der gewissenhafte Nichtisraelit in unserer Zurücksetzung immer nur eine Beeinträchtigung seines eigeneü Gewissens erblicken muß, wie dieß zum Theil an manchen Orten schon geschehen. Daß aber Entfremdung von der väterlichen Religion diese nicht im mindesten fördere, lehrt uns ja so augenscheinlich die große Lehrmeisterin — Geschichte! Oder glauben etwa die Gegner der Emancipation selbst an die Wahrheit ihrer Gründe? Wie wenig würden eben diese Gegner damit zufrieden sein, wenn die Juden sammt und sonders zu ihrem Glauben übergingen!!! —-Wir haben der eigentümlichen Nationalität uns längst begehen. Wir sind Deutsche, Engländer, Franzosen, Holländer rc. —- Wir mögen keinen Staat im Staate bilden! Aber unsere Religion ist der einzige, theuer genug erstandene Ueberrest, den wir aus den mannigfachen Stürmen einer zweitausendjahrigen Zeit gerettet. Wollen wir diesen uns nun aus den Händen spielen lassen? —Vom Rationalismus bis zum Nihilismus ist nur ein kleiner leichter Schritt, auf dem man sich nicht einmal naß zu machen braucht!-~ Daß wir uns aber keiner Besonderheit dadurch schuldig machen, wenn wir unserer Jugend zunächst für sie bearbeitete oder compilirte Jugendschriften in die Hände geben, um sie zu würdigen Staatsgliedern als Israeliten heranzubilden, können uns schon die Titel der für andere Glaubensgenossen vorhandenen Jugendschristen zeigen, auf denen wir deutlich genug die Worte lesen: „für die katholische, evangelische" oder überhaupt „christliche Jugend." Warum also nicht auch für die jüdische? Nehmen wir dieß für eine Besonderheit, so müßten wir consequent weiter folgern bis — wir bald nichts mehr zu folgern hätten. — Nichtsdestoweniger soll und muß darum unsere Jugend auch die herrlichen Geisteswerke der Deutschen, wie nach Umstanden, auch die Literatur des classischen Alterthums, ja alles das kennen lernen, was den Menschen irgend bildet und veredelt; aber nichts auf Unkosten dessen, was alles Wiffeys Anfang ist. — Es soll darum der Jugend derjenigen israelitischen Eltern, denen die innere Ueberzeugyng das allertheuerste Gut, wie auch derjenigen, bei denen sie wenigstens noch eben so viel Geltung hat wie* alle übrige wissenschaftliche Bildung, Gelegenheit geboten werden zu angemessener Unterhaltung außerhalb der Schule, bei welcher die stete Verbindung des Nützlichen mit dem Angenehmen sorgfältig berücksichtigt ist; wie auch zur Belehrung, Förderung der sittli-

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