Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 4 (April 1846)
- Date
- 1846-04-01
- Page
- Seite 148 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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148 Allgemeine theologische Bibliographie. Kleine Jugendbiblioth^k zur angenehmen und nützlichen Unterhaltung, zur Veredlung des Herzens und Bildung des Verstandes, zunächst für die israelische Jugend; von vr. I. H. Jacobson. Breslau und Neiße. Ignaz Kohn. 184& 1. Lieferung. Vorwort III. und 119. Wir lasten bei der Anzeige dieser Jugendschrist den Verfasser in einem Schreiben au uns sprechen. „Bei aller lebhaften Regsamkeit zur Bereicherung der deutsch-jüdischen Literatur, welche sowohl die Hebung der Judenheit als auch die wissenschaftliche Darstellung des Judenthums in seinen mannigfachen Verzweigungen, im Allgemeinen seit Mendelssohn, besonders aber seit etwa zwei Decennien bezwecken, und welche dieselben, was auch Scheelsucht und Engherzigkeit dagegen sagen mögen, auf die Höhe der Zeitbildung gesetzt, ist — wer möchte es in Abrede stellen — viel Herrliches und Gediegenes, ja Großartiges hierfür geleistet worden; ist unsere liebe Jugend aber immer nur noch sehr spärlich bedacht geblieben, wahrend die Jugend anderer Glaubensgenossen einer so reichlichen und trefflichen Auswahl in Jugendschristen aller Art sich erfreut. Mit einigen Fibeln, Lesebüchern und dergleichen ist wahrlich noch nicht Alles abgethau. Die Jugend bedarf auch außerhalb der Schule der Belehrung und Anregung zu Allem, was gut und edel ist; sie muß auch in ihren Freistunden auf eine angenehme und nützliche Weise sich beschäftigen; fie will und sucht Unterhaltung, welche ihr geboten werden muß, wenn ste nicht dem Müsstggang und seinen verderblichen Folgen in die Ärme gerathen soll. Nun könnte unsere Jugend zwar an dem frisch sprudelnden Quell echt deutscher Bildung sich laben, um Deutschthum in sich aufzunehmen und als Kinder der Zeit sich zu bewahren.—Soll sie aber nur dieß? Wollen wir bloß Menschen, bloß Deutsche sein? Wollen nicht die noch immer bei weitem meisten Eltern auch besonders noch, daß Jsraelitenthum und Jsraelitenheit nicht untergehe! — Wahlen wir nun aus jener Masse von Jugendschristen das Beste aus, so werden Viele den größten Theil als autijüdLsch, und von dem Reste wieder Vieles darum zurückweisen, um ihren Kindern keine Veranlassung zu frivoler Verhöhnung dessen, was Andern heilig ist, zu geben; woraus sehr leicht die Geringschätzung gegen andere Religionen und ihre Bekenner sich erklären läßt.— Mißfällt es uns nicht mit Recht iu hohem Grade, wenn wir Ln vielen Jugendschristen schon den Judenhaß noch immer gespenstartig spucken sehen? — Sind wir dann so glücklich, den mühsam für die israelitische Jugend herausgesuchten kleinen Rest vor uns zu haben; was haben wir für die israelitische Jugend daran gewonnen? Unsere Jugend kann dadurch allerdings gebildet, ja sehr gebildet werden; doch nur insoweit als Bildung überhaupt ohne wahre Herzensbildung diesen Namen verdient. Diese aber bleibt ohne den religiösen Eindruck nur eine kalte, halbe und hohle. — Der wahre Pädagog, der durch eine Reihe von Jahren dem psychologischen Studium des kindlichen Geistes und seines Gemüthes mit. Ernst obgekegen, weiß, daß eher alles Andere sich später und oft in kurzer Zeit nachholen lasse, als die verabsäumte Herzensbildung, die nicht zu rechter Zeit geweckte Religiosität. — Welcher Schulmann, der nur irgend diesen Namen verdient, hat — wenn er anders auch der jüngern Jugend seine Aufmerksamkeit zugewandt — es nicht vielfach selbst erfahren, wie empfänglich das Jugeudalter für religiöse Wahrheiten ist; wie es diese so gern und bereitwillig, man könnte sagen, so bewußtlos fromm, in wahrer kindliches Unschuld in sich aufnimmt; wie die Kleinen so gern auf den