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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-04-01 · 4 (April 1846) · p. Seite 145

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
Seite 145 (sequence 27)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 145 die Alten, sondern Jenen, denen das Forschen und Graben in den alten Schazzen zu mühsam ist und die, um sich einen Gelehrtenschein zu geben, diese Alten verschreien und auf sie mit Verachtung herabsehen, trifft gerechter Vorwurf. Möge daher Herr Neuda in etwas gelauterterer Weise die Agadot und Midraschim benutzen und dem- Publicum bald wieder einige Proben seiner Vorträge vorlegen: sie werden nach unserm Dafürhatten mit Äebe ausgenommen werden. Hauptprincipien bei Entwerfung einer - zeitgemäßen ^Liturgie für den israelitischen Gottesdienst. Ein amtliches Gutachten von Dr. I. L. Saal schütz, Prediger an der israelitischen Gemeinde zu Königsberg. Königsberg, Grafe und Unger. 1845. 24 Seiten. - Der Wunsch, in der bisherigen Liturgie Veränderungen vorzunehmen, tritt in der Gegenwart bald mit größerer, bald mit minderer Heftigkeit hervor: ist es bei Manchen auf ein gänzliches Umstoßen und Wegwerfen alles Herkömmlichen und Bestehenden abgesehen, wahrend Andere nur an dem Aeußern geändert, manches Unwesentliche entfernt und dafür Ansprechendes ausgenommen wiffen wollen, der Kern aber und das, was' einen wesentlichen Factor des jüdischen Gottesdienstes ausmacht, bleiben soll. Es bedarf«kaum der Erwähnung, daß hierher die hebräische Sprache zu rechnen sei: sie tragt in sich die heiligsten Erinnerungen, sie ist uns ehrwürdig, da in ihr die heiligen Urkunden niedergelegt sind, sie ist seit Jahrtausenden die Sprache unseres Gottesdienstes, ist endlich ein religiöses Band, das die nach allen Seiten Zerstreuten durch die Gemeinschaftlichkeit des Gottesdienstes Zusammenhalt. Sie ist aber auch dem größten Theile nicht ganz unverständlich: der Jugendunterricht ist beim Juden mit dem Lesen der heiligen Schrift im Original verbunden; und da die Gebete meistens in leichtem verständlichem Hebräisch abgefaßt sind, so bedarf es nur einer kleinen Nachhülfe, um das Gebet allgemein verständlich zu machen. Freilich hat der Jndifferentismus der vier bis fünf letzten Decennien es dahin gebracht, daß die Jugend, ohne mit den hebräischen Schriftwerken, ja selbst ohne mit den Schrift-- zügen der Bibel bekannt zu sein, heranwuchs: damals hielt man es für eine Schmach, von dem, was an Judenthum nur erinnert, zu sprechen, mau erröthete bei dem Namen Jude, und wurde der Jüngling erst in spaterer Zeit, wenn die Erlangung einer Referendarstelle winkte und der überselige Vater ihn zum Taufbecken führte, darauf aufmerksam gemacht, daß er einst zum Judenstamme gehört habe und sich nun von ihm lossage. Das Bedürfniß nach dem Religiösen brach endlich durch diese Eiskruste; man verlangt nun wieder ein Judenthum, man will einen jüdischen Gottesdienst. Für Diese nun, die durch den elterlichen Jndifferentismus sich durchgekampft und als ein besserer Nachwachs der göttlichen Stimme in sich Gehör geben, hat ein Gottesdienst mit jüd. sprachlichen Elementen nicht Befriedigendes genug: sie können nicht in diesem Gebetbuche lesen, selbst die Buchstaben find durch die Schuld der Eltern ihnen fremd; sie verstehen nicht diese Sprache, die schon, weil sie das religiös Heilige aufbewahrt, von Jenen ihnen nicht gelehrt, wurde. Wenn also hier, wo so viel versehen wurde und nicht mehr gut zu machen ist, ein deutscher Gottesdienst verlangt lvird, so mag nach dem ftnaüü fmb diesem Verlangen Genüge geleistet werden. Aber ob dieses Versehen zu billigen sei, ob das, was der In-

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