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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-04-01 · 4 (April 1846) · p. Seite 142

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
Seite 142 (sequence 24)
Language
German
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142 Tagesbegebenheiten. Eine Stimme: Dieses ist eine Anspielung auf die Verfolgungen und Verleumdungen der syrischen Juden. Herr Sizeranne: Da Herr Cremseur Lnterpellirt, da er mich befragt, warum ich bestehe auf den Worten „christliche Civilisation" (große Aufregung), so will ich ihm erwidern, daß ich unter diesen Worten jede Civilisation verstehe, die ihre Basis und ihre Richtungslinie in den Vorschriften des Christenthums hat, d. i., die Duldung, die Freiheit verkündet. Die Kammer hat die Redaction des Herrn Sizeranne nicht angenommen; ohne Zweifel dachte sie, daß Duldung und Freiheit in Frankreich von unseren beiden Revolutionen und nicht von der Entstehung des Evangeliums datiren. Vor 1793 waren unsere aller-christlichsten Könige sonderbar tolerant gegen die Juden und die Hugenotten! (IImver8 israeliw). Allgemeine theologische Bibliographie. n Ätöa. Eine Auswahl gottesdienstlicher Vortrage. Gehalten in der Synagoge zu Lofchitz von Abraham Neuda, Rabbiner. -Wien, Schmid und Bedsch. 184$. YI und S. 123. Der Verfasser übergibt hier dem Publicum fünf Predigten, denen eine Traurede angehängt ist. In dem Vorworte macht Herr Neuda auf das Cha- . racteristische der jüdischen Predigt aufmerksam, und daß der Jude, an' Denken gewöhnt, sich an einer bloß oratorisch kunstgemäßen Rede, wo die Gedgnkenarmuth sich häufig hinter Schönrednerei und glanzenden Phrasen verbirgt, nicht erbauen kann. Die jüdische Predigt soll vor Allem auf dem" dem Judenthum eigenthümlichen positiven Boden stehen, soll ferner durch geistreiche Benutzung der vielen trefflichen Agadotunh Talmudstellen Stoff zum Denken geben, und das Interesse wecken für ein tieferes Eingehen in das Verstandniß der heiligen Schrift und der Sätze der alten Weisen. Die vorliegenden Vorträge haben dieseAufgabe zum Ziele und stehen fie auf positiv-religiösem Boden. Der erste Vortrag „das Jahrhundert nach seiner Licht- und Schattenseite, gehalten am Neujahrstage 5600" betrachtet das abgelaufene Jahrhundert nach dem, was es in Gedanken, Wort und That auf dem Gebiete des Judenthums geleistet hat. Der zweite Vortrag „die Sterne, gehalten am Schabbat Nachmu" (der gelungenste dieses Hefts) hat Deuteron. I, 12. zum Texte und erläutert nach einer geistreichen Interpretation des Debarim Nabba o. I. ad vers., in welcher Weise Israel den Sternen verglichen sei, "welche Aufgaben und Hoffnungen sich hieran knüpfen und wie sich schon Vieles in. der Geschichte Israels verwirklicht hat. Der dritte Vortrag „Haß und Liebe" stützt sich auf Deuteron. 25,19. und erklärt, daß in der Ausrottung des Amalek der Haß gegen das absolut Böse, gegen den gottlosen Verführer, den bösen gefallnen Geist, der im Kampfe gegen das Himmlische und Göttliche seine Lust findet, repräsentirt sei und also gut mit dem Gesetze der Liebe, das die Schrift häufig gnempstehlt, in Einklang stehe. Der vierte

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