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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-04-01 · 4 (April 1846) · p. Seite 131

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
Seite 131 (sequence 13)
Language
German
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131 Die Constructkon der jüdischen Geschichte. thume erzielte Glückseligkeit. In der Gegenwart machte sich der Sadducäismus geltend in der Opposition gegen dieTraditionsmasse und.besonders gegen.die Reinigkeitsgesetze und das Absonderungssystem der Peruschim. In der Zukunft erwartete er eine Wiedergeburt der socialen Harmonie, ein Davidisches Friedensreich, wie es ebenfalls die Propheten verheißen, aber ganz auf dem Boden der Natürlichkeit und der Dießseitigkeit. Die charakteristischen Merkmale des Sadducäismus sind eben, wegen ihrer Minorität, negativ und oppositioneller Natur: Negation der Tradition und der zukünftigen Welt der Belohnung.— Es ist einer Skizze'unmöglich, specieller auf die Differenzpuncte der Peruschim und Zadukim einzugehen, aber an der Oberfläche liegt es, daß ihre Grunddifferenz auf jüdischem Boden erwachsen war, daß sie die Einseitigkeit der dem'Judenthume innewohnenden Factoren zur Anlehnung hatte, und daß sie endlich historisch durch die Conflicte mit dem Griechenthum hervorgerufen wurde. — Diese Differenz war anfangs nur an Schulen gebunden, durch die Einmischung der machthabenden Hohenpriester aus dem maccabäischen Hause trat sie aber in's Leben über, zuerst mit sadducäischem Uebergewicht. Simon ben Schetach verschaffte den Principien der Peruschim den Sieg und begründete für das religiöse Interesse einen Haltpunct in dem Synderium. Was die Prophetenschulen in den ersten Perioden waren, der Focus des religiösen Gesammtinteresses,. das wurden in der zweiten die durch das Hillel'sche Haus erweiterte Sanhedrin in Lischkat Ha-G asit. Jedes öffentliche religiöse Factum mußte sich erst von ihrem Forum Berechtigung und Sanction holen, und die jüdische Diaspora unter römischer und parthischer Botmäßigkeit nahm in spontaner Anerkennung die religiösen Beschlüsse, dieses obersten religiösen Tribunals unverbrüchlich an. Solchergestalt erlangte das Religiöse in dem Patriarchat (nwa») eine Rundung und Geschlossenheit, eine Concentration, die das Judenthum bei der immer hereinbrechenden Zerstreuung und Entnationalisirung zu schützen vermochte. Denn das politische Leben sank immer tiefer, seitdem sich Rom offen die Vormundschaft über Judäa angemaßt, die ihm die halbheidnische antinationale herodeische Dynastie in die Hände gespielt hatte. Und als die politische Auflösung vor der Thüre war, zog die messianische Ahnung mit mächtigem Drange in die Herzen des Volkes ein, die, wie die Propheten vor dem Untergang des ersten Staatslebens, den Exulanten den Trost und die Hoffnung auf eine politischreligiöse Wiedergebung mit auf die Wanderung gab. Jesus von Nazareth war nicht der einzige, der die messianische Idealität zur Wahrheit zu machen sich bestrebt hatte. Die messianischen Erwartungen hingen beim Zerfallen des Staatslebens gleichsam in der Luft, und als Jesus

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