Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 3 (März 1846)
- Date
- 1846-03-01
- Page
- Seite 112 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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112 Zur Wissenschaft des JudenthumS. standcheilen der Halacha und der Hagada; die nichtaramaischen Uebersetzungen weichen (mit Ausnahme einiger oben Ln der letzten Claffe bezeichneten Versionen) häufig vom masoret. Texte ab: au ihrer Spitze stehet die Septuaginta, der die anderen streng folgten oder vielmehr aus dieser übertrugen. — Eine ziemlich befremdende Ausnahme macht die chald. Uebersetzung des Buches der Proverbien, die (obschon aramäisch) sich an die Septuaginta anzuschließen scheint. 26, 10. heißt es: -Ollllikinv 21; die Septuag. haben: noXka %sm&£vpai cäQ% acpQovcov, (lasen also ^D2 ‘T£2); das Targum: 8N122 *20 8^>2^vN; vgl. auch 27, 16.30, 30^ (wo, wie es scheint, in Targum für KWä n^2 zu lesen sein dürfte: r^2) u. a. m. Bemerkenswerth ist, daß der Talmud notorisch anders las als der Uebersetzer; so wird Succa 52 b. citirt: 1N22 -iSSd P2LV wie der masor. Text, 29, 2i. und nach diesem gedeutet; die Septuaginta hat: os xazaenala ix ncudos, oixtzris egtcu , lasen also rrtr -122 und ebenso das Targum: ^1N) 8-i22^> Der chald. Uebers. scheint, wie schon von Eichhorn die Bermuthung ausgesprochen wurde, durch den Syrer aus dem Griechischen jentlehnt zu haben (so wie auch sein Idiom eine syrische Färbung hat); doch weicht er wieder an vielen Stellen und oft schon in dem andern Hemistich von Septuag. und Syrer ab. Es erwähnt übrigens kein früherer jüdischer Commentator dieses Largum, Nasch!,. Jbn ESra u. A. kennen es nicht: auch findet sich in ihm kein Element der Halacha oder des Midrasch, und es steht ganz isolirt unter den aram. Versionen. (Aruch kennt es, vgl. Zunz gottesdieustl. Vorträge S. 64.) Hier sei nun die Aufgabe, das VerhLltniß des sogenannten Targum Jonathan und Targum Jeruschalmi zu einander zu besprechen. Wir besitzen zum Pentateuch außer Onkelos noch zwei aramaische Versionen, deren eine talinin, die andere ‘raiiüYT» tamm überschrieben ist. Von letzterm finden sich nur einzelne Bruchstücke, die zuweilen mit Targ. Jonath. übereinstimmen, zuweilen von ihm abweichen. Die Autoren vor dem 14. Jahrhundert führen entweder „Targum Palästinas" oder „Targum Jeruschaljm" an; von einem „Targ. Jonathan" wissen sie nichts (vergl. Zunz a. a. O. S. 66 ff. Rappoport Biographie des R. Nathan Anmerk. 44). Benjamin Mussaphia (zu Erech 2.) behauptete, daß beide Targum. Eines seien, und Targ. Jerusch, nur die Varianten bilde. Ihm traten in neuerer Zeit Mendel so hn (Einleit. zum Pentateuch), Rappoport, Zunz bei; und motivirte-letzterer dieses ausführlich (a. a. O. S. 71). - Beim nähern Eingehen auf das Eigentliche dieser Varianten dürfte sich jedoch ein anderes Verhältniß Herausstellen. Es drängt sich vor Allem die Frage auf, ob man mit der Anreihung dieser Varianten an den Targ. Jonath. irgend einen Zweck verband? Zuuz (S. 71) meint, „daß verschiedene Necenstonen von dem Targ. Jerusch, vorhanden, gewesen, und schrieb Mancher aus der zweiten Recension die abweichenden Stellen aus. Hinsichtlich der übereinstimmenden Stellen darf bloß geschloffen werden, daß die Aushebung nicht mit gehöriger Genauigkeit geschehen oder daß hier und da spätere Hände gleichgemacht .haben." Allein diese Uebereinstimmungeu sind so häufig und beziehen sich oft nur auf ein einzelnes Wort oder auf einen an sich nicht bedeutenden Umstand, daß wohl weder das Eine noch das Andere jener Vermuthung sich als gegründet zeigt. So finden sich Ln Genesis allein an dreißig solcher kleineren Uebereinstimmungen. Vgl. 3, 7. -r- 7, 11. — 12, 5. — 14, 3. 10. 23 (in letzterm V. ist in Jonath. offenbar verschrieben und muß sein xh'il'o'i 8212-1, wie im Targ. Jerusch.). — 22, 24. — 23, 16. — 26, 8. — 27, 22. — 30, 27. —