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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-03-01 · 3 (März 1846) · p. Seite 102

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
3 (März 1846)
Date
1846-03-01
Page
Seite 102 (sequence 24)
Language
German
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102 Die Rabbiner-Versammlung, wie sie sein sollte k. keine Bedeutung, als waren sie ein Postulat des Glaubens; sie haben keinen dogmatischen Gehalt'), daß der Dissens in ihrer Ausübung, wie dieß bei anderen Confesstonen der Fall ist, einen förmlichen Abfall bedingen sollte. Im Gegentheil: die orthodoxen alten Rabbiner haben es schon ausgesprochen, daß jede der diffentirenden Meinungen göttlichen Ursprungs ist, sobald die Ursache des Dissens eine religiöse ist, und Bet Hille t und Bet Sch an an betrachteten troH ihrer großen Abweichung in Auslegung des Gesetzes sich für Glaubenöangehörige und verketzerten sich keineSweges; sie pflegten vielmehr gerade der besten Freundschaft. Nurdarf der Geist und die Gesinnung des jüdischen Glaubens nicht fehlen; die Differenzen im Einzelnen sind nicht erheblich. Die Versammlung muß demnach dahin streben, diesen Geist und diese Gesinnung zu erhalten, und den Ceremonien ihre cigenthümliche Bedeutung wiedergeben, daß sie nicht Schloß und Riegel seien, das Judenthum zu erhalten, dadurch, daß sie das Fremde abwehren, sondern, daß sie Mittel werden, den Werth des Judenthums an den Tag zu bringen und seine höhere Bedeutung durch die That zu bekräftigen. In diesem Sinne und zwar, das Judenthum zur Weltreligion zu erheben, seinen wirklichen Geist, wie er im factischen Judenthum gebunden lag, zu entfalten und offen zur Schau zu legen, hat die Versammlung zu wirken; sie muß die Institutionen vergeistigen, sie zu ihrer ursprünglichen Bedeutung zurückführen, und zu dem eigentlichen Ausdruck einer reli-, giösen Gesinnung umbilden; zu diesem Ende in demselben Sinne neue sich schaffen, damit der Geist fortgetragen werde. Sie muß dabei ein neues Band der Einigung weben, indem sie die Ceremonien auf ihren eigentlichen Werth zurückführt und die Abweichung mit dem Lichte wahrer Liebe zur Versönung beleuchtet. Sie suche dieselbe Gesinnung, die bis jetzt sich behauptete, weiter zu tragen, daß sich der Geist des Sohnes erbaue an der Gesinnung des Vaters trotz seiner rigorosen Strenge; dann wird sich das Herz des Vaters dem Sohne trotz seiner laxen Beobachtung heiliger Institutionen zuwenden. -> Die Versammlung wirke ferner auf die, Hebung des Religionsunterrichts bei der Jugend und schlage zu diesem Zwecke geeignete Maßregeln vor. Sie soll endlich nicht das Leben mit dem Glauben ausgleichen und diesem einen Theil seiner Schuld mackelnd abdrücken, um wenn auch nicht zu zahlen, doch mindestens weniger schuldig zu sein; sondern sie suche jenes von diesem durchdringen zu lassen. Wenn 1) Selbst die Chukim stnd trotz ihres Mangels an ethischer Bedeutung doch nur Mittel zur Heiligung des Lebens und stnd nicht in fich selbst gottesdienstlicher Zweck.

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