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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-03-01 · 3 (März 1846) · p. Seite 100

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
3 (März 1846)
Date
1846-03-01
Page
Seite 100 (sequence 22)
Language
German
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100 Die Rabbiner-Versammlung, wie sie sein sollte re. zu erhalten und den Geist der Religion zu fördern.. Die Versammlung hat oft nöthig, sich gerade auf das enge Gebiet des öffentlichen Cultus zu beschränken; im. Judenthum ist ja und soll ja das ganze Leben ein Gottesdienst sein. Wirke sie dahin, daß das Judenthum veredelt und vergeistigt werde. Schaffe sie, wo die alten nicht mehr ausreichen oder nicht genügen, neue Institutionen, belebe die alten und hauche ihnen einen neuen Geist ein. Wir haben bis jetzt von dem schwierigeren Theil der Arbeit gesprochen, du durch die Fragen und Vorlagen die Versammlung genöthigt ist, auf andere Gesinnung einzugehen und nicht dem eigenen Geiste folgen kann. Leichter hat sie es bei den Verhandlungen, die sie sich selbst zum Vorwurf gibt und die sie nach den vorherrschenden Bedürfnissen sich selbst wählen kann. Hier kann sie mit ihren Tendenzen ganz hervortreten. Wir wollen diese darum etwas ausführlicher besprechen. Die Versammlung steht auf dem Boden des Judenthums und hat den Blick auf die Zeit gerichtet, nicht auf die Frivolität und den Materialismus derselben, sondern auf ihre höhere Bedeutung. Auch die Gegenwarthat ihre heilige Aufgabe zu lösen, und die Lösung darf nicht verkürzt werden. Sie kehrt das Reinmenschliche hervor und will dieses zur Anerkennung bringen. Sie durchbricht daher die Bollwerke, die Menschen zur gegenseitigen Trennung aufgeworfen, reißt die Grenzen nieder, die der Geist dem Geiste gesetzt, und zertrümmert die Feste, in der die Selbstsucht sich birgt. Sie will, daß das Menschliche nicht in einer bestimmten Besonderheit zum Bewußtsein komme, sondern daß Jeder-sich alsMensch fühle, und rüttelt daher an allen Religionen, die dieMenschheit aus einander halten. Sie kennt nur das Ewigmenschliche und das Ewiggöttliche in derselben und betreibt dessen Vermittelung bis zur Consequenz. Unsere Zeit hat zwar noch vieles zu überwinden. Noch kämpft auf der einen Seite blinder Fanatismus, der nichts anderes duldet und kennt als sich selbst und der den Geist der Welt durch wilde Gewalt an seinen Siegeswagen fesseln möchte; noch kämpft auf der andern jyre Hohlheit, die Alle von dem Bunde der Menschheit ausschließen möchte, die sich eines bestimmten Daseins erfreuen, weil er selbst leer und charakterlos ist; jene nivellirende Philosophie, die nur auf den Trümmern dieser Welt sich die neue aufgeführt denken kann. Doch der Geist unserer Zeit wird mit diesem Feinden des Bessern den Kampf bestehen und wird sie überwinden. Dieses ist ihre hohe Aufgabe; wir dürfen uns also nicht ihr widersetzen; sie vermittelt siegend und ringend den wahren Gottesgeist, der einst verheißen ward. Daher muß Alles fallen, was dieser Richtung entgegen ist. Der Haß gegen heidnische Nationen, die Abneigung gegen die Abtrünnigen und Abge-

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