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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-03-01 · 3 (März 1846) · p. Seite 99

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
3 (März 1846)
Date
1846-03-01
Page
Seite 99 (sequence 21)
Language
German
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Die Rabbiner-Versammlung; wie sie sein sollte >c. 99 Aber es werden auch manche Fragen verkommen, die eine religiöse Tendenz haben, manche wieder, die zwar nicht auf religiösem Boden erwachsen sind, aber doch ein religiöses Interesse haben können, und das Religiöse muß dann immer sorgsam in's Auge gefaßt werden. Wir wollen dieses an dem Sabbatsgesetze selbst praktisch besprechen. Die Frage, wie ist die Kluft zwischen dem Leben und dem Gesetze zu beseitigen, kann von der Versammlung nicht in Betracht gezogen werden. Denn abgesehen davon, daß kein Jude die bindende oder lösende Kraft besitzt, würden sich die durch dieses Verhaltniß in ihrem Gewissen Beängstigten durch den gefällten Beschluß doch nicht beruhigt fühlen. Es liegt ferner hier keine religiöse Veranlassung vor. Das Verlangen nach einer Lösung gründet sich nur auf den Wunsch einer Rechtfertigung vor sich selbst; diese aber kann kein Fremder, sondern nur das eigene Bewußtsein geben. Eben so verhält es sich mit der Vorlage, dem Sabbatgesetze eine zeitgemäße Abänderung zu geben. Dagegen müßte sie sich gehalten fühlen, auf folgende Vorlage einzugehen: wenn ihr vorgestellt würde, man halte sich bei den Verhältnissen der Gegenwart nicht gebunden, die strenge Feier des Sabbats aufrecht zu erhalten, man habe nicht die religiöse Ueberzeugung, daß das Judenthum diesen rigorosen Dienst verlange, und habe sich entbunden von vielen Sabbatpflichten; gleichwohl aber sei man von der Idee des Sabbats durchdrungen, und habe das innige Verlangen, die Feier auf eine andere Art zu bethätigen und seinen Kindern die höhere Religionsansicht, die in ihr liegt, zu bewahren. Eine solche Vorlage trägt einen religiösen Charakter; der Wunsch, der sich kund gibt, ist ein religiöser, und die Versammlung muß auf dessen Befriedigung bedacht sein. Sie enthalte sich jeden Tadels, lege aber die Heiligkeit des Sabbats an's Herz und ordne etwa an, daß in diesem Falle mindestens das Haus ein sabbatliches Ansehen bekomme, daß der Abend im Kreise der Famllie religiösen Betrachtungen gewidmet sei, mache es dem Vater zur Pflicht, seine Kinder mit dem Inhalte des Wochenabschnittes bekannt zu machen, oder sich selbst in einer Stunde, die er seinem Geschäfte abreißt, religiösen, ernsten Betrachtungen zu weihen, und daß sein sabbatliches Leben doch immer ausgezeichnet fei und den Sabbat bekunde, „damit nicht sei das Werk des Sabbats wie das der Werktage" und die Idee sich lebendig entfalte.' Möge diese Richtung oder eine andere in anderen Fragen der Versammlung nicht zusagen, möge sie es auch mißbilligen, man wird von ihr nicht verlangen, daß sie das Unmögliche möglich mache, daß sie eine Welt zurück zu ihrer Ansicht führe, sie' lasse den Gegenstand des Dissens dahingestellt, umgehe den Abfall und ordne an, was bei diesen Verhältnissen noch geeignet wäre, die Idee des Judenthums aufrecht 8*

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