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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-03-01 · 3 (März 1846) · p. Seite 82

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
3 (März 1846)
Date
1846-03-01
Page
Seite 82 (sequence 4)
Language
German
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82 Die Construction der jüdischen Geschichte. culativen Theologie, gleichsam der präformirte Hegelianismus, das alle dialektischen Momente durchläuft (Hirsch); bald ist es wieder der gerade Gegensatz des aprioristischen Gedankens, eine aposterioristische Offenbarung eigenthumlicher, scheinbar vernunftwidriger Dogmen, die aber, vermöge ihrer Evidenz, der spekulativen Vernunft Anerkennung abnöthigen (Steinheim). — Bald ist das Judenthum eine durch und durch systematische Anstalt, einen gehorsamen Sinn, eine submisse Unterordnung unter den absoluten Gotteswillen zu erziehen, und hat die Einscharfung der Religiösttat zum Ziel (Ben Usiel); bald wieder das gerade Gegentheil von Religion, so zu sagen ein Duschbad für die dem menschlichen Gemüthe einwohnende religiöse Schwärmerei, ein Hemmmittel gegen einen ausschließlichen rein religiösen Hang, eine mehr auf praktische Thätigkeit abzielende Veranstaltung, eine sichere „Balankirstange" gegen die verderbliche Einseitigkeit entgegengesetzter Neigungen (Mises). — Bald wird das Judenthum für eine reine Verstandesreligion gehalten, mit ethischen Zwecken, die über den Kreis des alltäglichen hausbackenen Rationalismus nicht hinausgeht; bald wieder für eine mystagogische Anleitung zu einem beschaulichen Leben, eine Unsterblichkeitsreligion, die auf das jenseitige Leben vorbereitet. — Alle diese verschiedenartigen, oft entgegengesetztestenAuffassungen des Judenthums unterlassen nicht zu ihrer Begründung zulängliche Beweise aus dem reichgeschichteten Inhalt des Judenthums zu holen und es muß ihnen allerdings sämmtlich etwas Wahres zu Grunde liegen, da sie sich mit einem Schein von Wahrheit geltend machen. Diese divergenten Anschauungsweisen vom Judenthum beweisen aber den reichen Gedankeninhalt desselben; sie sind alle wahr., wenn sie als einzelne Momente des absoluten Grundprinzips des Judenthums aufgefaßt werden, sie erweisen sich alle aber als falsch, wenn sie mit gegenseitiger Ausschließlichkeit sich als Grundidee darstellen wollen; denn in diesem Falle bleibt inuaer ein grösserer oder kleinerer Rest von den judenthümlichen Institutionen, die in diesem Generalnenner nicht aufgehen, die nur gewaltsam oder gar nicht durch diese Grundidee ihre zureichende Erklärung finden. Man hat bisher zur tieferen Erforschung des Grundwesens des Judenchums vielfache Wege eingeschlagen. Entweder man urgirte seinen dogmatischen, metaphysischen Charakter, seine ideale Seite und stellte dieses Princip obenan, den übrigen Theil aber betrachtete man als unwesentliche Form, in welche die Idee gegossen wird, um ßederBolksanschauungzugänglich und geläufig zu machen, die dahermit der jedesmaligen Volksanschauung vielfach wechselt, oder man betont seine« konkreten Charakter, sein legislatives Wesen, und in so fern

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