Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 3 (März 1846)
- Date
- 1846-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Csnstruction -er jüdischen Geschichte. Eine Skizze von vr. H. ©ratz1)« 26as ist Judenthum? Diese albern scheinende Frage dürfte so Manchen nicht minder verblüffen, der, mitten im Judenthurne stehend, seinen Inhalt erschöpfend zu kennen wähnt, als die Frage: was ist Wahrheit? schon Manchen in Verlegenheit gebracht hat, der die Wahrheit mit Löffeln in sich ausgenommen zu haben glaubte. Was ist nicht Alles schon für Judenthum aüsgegeben worden, seitdem es Object des construirenden Gedankens wurde! Wie viele Gr-undansichten über Ju- ' denthum kamen nicht in jüngster Zeit in Cours, traten mit erclusiver Geltung auf und machten Miene, das praktisch-religiöse Leben zu normten! Bald ist das Judenthum die vollständige Ausprägung der spell Der Unterzeichnete siehet sich, um manchem Mißverständnisse vorzubeugen, veranlaßt, die in der Redaction dieser Zeitschrift verfolgte Norm an den Tag zu legen. Daß eine Zeitschrift eine Tendenz, einen Character habe, wird mit Recht, vorzüglich wenn sie religiöse Interessen vertreten will, verlangt. Aber sie darf diese Tendenz nicht einseitig verfolgen und nur den Artikeln Aufnahme gestatten, die in Ansichten mit ihr völlig übereinstimmen und nur das sich wiederholende Echo dieser Tendenz bilden.- Auch das Divergirende, so es nicht in directem Widerspruche mit dem Vorwurf des Blattes stehet, muß hier seinen Platz finden. Doch darf sich auch die Redaction gestatten, manchen Stellen, die direct oder indirect einen. Angriff gegen die Vorgesetzte Tendenz enthalten, eine Anmerkung anzufügen: es ist dieses eine Selbstvertheidigung, die doch Jedermann gestattet ist und darf sie hoffen, daß kein Mitarbeiter sich hierdurch verletzt fühlen werde. Diesen Grundsatz muß sie auch befolgen, wenn nach ihrem , Dafürhalten die Grundwahrheiten der Religion angetaftet scheinen; fo wie auch in wissenschaftlicher Hinsicht es ihr nicht verargt werden wird, wenn sie auf ein minder richtiges Citat oder eine schiefe Auffassung aufmerksam macht. Die Redaction kann aber auch nicht Alles vertreten, kann nicht für jedes Wort,, für jeden Satz einstehen; sie darf sich nicht zur Splitterrichterin aufwerfen und eine Nachcensur gegen die Mitarbeiter üben: sie muß mit Anmerkungen sparsam sein und sie nur da, wo.eine Behauptung hingestellt ist und sie die Unterlage für einen weiteren Bau bilden will, ausfprecherü , F. Frankel, Zeitschrift HI. 7