Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 64 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Die RahbMer-V«rsamBl«»M wie sie sM sokkte ». der-neuen Zeit in Anwendung zu -ringe«/ dann wird/ sich uns schon die Gesinnung ergeben, nach welcher verfahren werden soll. DasJudenthum der letzten Zeit bestand, in, einer- Gottesverehrung der That. Die Gesinnung als solche hat in ihm-für sich keine Bedeutung, so lange sie nicht durch eine, gottesdienstliche Handlung bewahrheitet und bethätigt wird Me religiöse Thatiftdie Beglaubigung der Gesinnung; wie das Wort den Gedanken, so soll die That die Gefühle der Ehrfurcht und Treue beweisen; sie ist die Vermittelung und gibt. Consistenz der schwindenden Idee; sie ist mit einem Worte die Verkörperlichung der Idee, die ohne dieselbe flüchtig verschwindet. Das Judenthum verlangte darum eine thatsächliche Verkörpemng, denn die Gottesidee des Glaubens ist von der Gesammtheit der religiösen Handlungen getragen. Der Geist Gottes tritt in ihnen, wie der menschliche Geist im Körper zum Bewußtsein heraus. Das ganze Leben war darin ein Gottesdienst, und es war nach allen Seiten von dem Glauben so durchdrungen, daß es ganz in der Idee des Judenthums aufging; die religiösen Gedanken und Gefühle halten im Leben ihren lebendigen Ausdruck, und wurden durch diesen wieder in natürlicher Wechselwirkung angeregt und erweckt. Es ist ferner in diesem Judeuthume das Streben nach Heiligung und Vergöttlichung des Lebens nicht zu verkennen. Das Leben des Einzelnen sollte durch den Dienst Gottes geheiligt und verschönert werden, und durch den steten Hinblick auf Gott vergeistigt und beglückt .sein. Die lebendige thatige Sehnsucht zu einer Erhebung durchdringtes nach allen Seiten. Es ist endlich in demselben die ideale Anschauung deutlich wahrzunehmen. Alles strebt auf eine stetige Selbstverbesserung und Veredlung, und die behagliche Zufriedenheit mit sich selbst ist ihm fremd. Jede gute und religiöse That sucht ihre Belohnung in einer andern. Mir haben hier nur eine kurze Andeutung von dem Geiste des Historischen Judenthums gegeben. Ein scharfes Auge wird natürlich , noch ganz andere Momente erblicken, und nach der.schärfsten Untersuchung dürfte mit Recht erst behauptet werden, daß der Geist in Wahrheit sich nicht ermitteln läßt. Er muß uns durchdringen, und wir müssen ihn, um ihn ganz zu erfassen, .in uns ganz ausgenommen und verarbeitet-haben. Jedenfalls aber sind es bestimmte Glaubensansichten, die gerade nicht immer den Ansichten der Zeit entsprechen, dem Judenthume aber eigenchümlich strw, und daher bewahrt werden müssen, wenn die neue Gestaltung des Glaubens in dem Geiste des historisch Bestehenden und. eine Fortbildung desselben sein .soll: nämlich die Idee der religiösen Handlung, die thatsächliche Kundgebung der gläubigen Gottesverehrung, die Durchdringung des Lebens von heiligen GotteSideen, die Heiligung desselben und das Streben nach Vervollkommmrng und Veredlung. Die-