Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 63 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Die RaMntt-MrsamiWMA Me B fein fofüe w. 63 man nach Anleitung de« «Oe schichte «ü dechE ichte d es Geistes dir Wahrheiten unseres Gkaubms durchforscht. ^Geschichte und Wahrheitsliebe oder Selbsterkenntnis! -find die' beiden leitenden Grundsätze, die die Gesinnung erwecken und leiten sollen. .» Jene gibt dem Judenthume die Form, die reale Eristenz, diese haucht ihm den Geist ein, das zeitliche Leben, die ideale Begeisterung. Wer die Geschichte nicht zu Rathe zieht, und naturgemäß weüer aus der Vergangenheit entwickelt, wer die neuen Momente auch dann noch berücksichtigt, wenn fie auch nicht in das religiöse Leben hineinragen, und -mit ihm: auch nicht verwachsen find' wer ein neues Moment, ein neues Judenthum bei den veränderten Zeiten schaffen will, der gehört nicht zur Versammlung. Seine Ansicht mag er vor Gott vertheidigen; aber er trete offen und wahr auf und lehre öffentlich den neuen Glauben. Sich bethören, daß das faktische Judenthum der letzten Zeit und das neugeschaffene, das keine geschichtliche Verknüpfnngspunkte und keine thatsachliche Aehnlichkeit mit einander haben, sei rin und dasselbe, oder daß dieses, das nur durch den Sinn unserer Zeit sich hat Herausstellen können, das das Leben als den Zweck seines selbst betrachtet und keine Selbstheiligung kennt, das ursprünglich mosaische sei, ist, gelinde gesprochen, eine ungemeine Oberflächlichkeit, die ernstlich nicht mehr behauptet werden soll, klnd noch unverzeihlicher ist, dem Volke, um es zur vorgeblichen Wahrheit, zu einer-höher« Lebensansicht hinzuführen, weiszumachen, die neue Lehre fei nur die geläuterte Religionsansicht des Judenthums, die einige unwesentliche Zuthaten abgestellt, während man ein ganz neues Element schafft; wir hüben für diesen Jesuitismus keinen Ausdruck. Sicher wird Jedermann Männer dieser Gesinnung aus emer Berathung über Las bestehende Judenthum fern halten. Aber auch der schließt sich von der Berathung aus, wer sich mit der Ueberkommenschaft des ganzen Formendienstes begnügt und den Geist nicht ererben oder sich aneignen, der das Gebäude»nicht tveiter beleuchtet wissen will. - Beide vertheiditzen ertreme Ansichten; die wir ein für alle. Mal für uns nicht maßgebend halten. Vergangenheit und Gegenwart müssen bei Betrachtung der 'Zukunft zu Rathe gezogen werden; die bisherige Form und der zeitige Geist: Werden Geschichte und Wahrheit erfaßt, dann wird sich eine Gesinnung Herausstellen, die, trotz der Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit einzelner Auffassungen, sich als eine Allen genügende und gemeinsame bewähren! wird. Das Auge von dem Einzelnen hinweg aUfdieGesamMtheit gerichtet l Wenn kleinliche Differenzen schwinden sollen- MUß der Blick erweitert werden. Sehen wir nur scharf auf das faktisch bestandene Judenthum der letzten Zeit, und beleuchten dasselbe mtt dem Lichw der Wahcheit, : uM suchm .es in den Bewegungen