Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 61 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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. DterWäbM>eE«Hw«>>dchSl'chst»He-Mi sollte sc. 61 dürste/ findet in der VechffentlichuNgder Entschlüsse die vollständigste Befriedigung. Sind die Entschlüsse der Gesammtheit gut, so wird Niemand dir Motive des Einzelnen, die nur Privatsache bleiben, anfeinden können. - . - Es dürfte auch die Versammlung Der nichts abstimmen. Zn religiösen Dingen entscheidet nicht die Majorität; das Judenthum befindet sich überhaupt ja in der Minorität, und hat je darum Jemand, der dessen Inhalt genau kennt, an seinem Werth und seiner Bedeutung gezweifelt? Rur hinsichtlich des Usus, nicht hinstchtlich des eigentlich Rituellen, kann die Mehrheit entscheiden. Es kann also auch eine Bersammlung, die über Religionsgegenstände sich berathet, nicht auf die Majorität hin entscheiden; die Qualität, nicht die Quantität der Ansichten, ist von Gewicht. Und wozu soll denn das'Aburiheilen und Abstimmen eigentlich nützen, da doch Niemand/ nicht einmal die Anwesenden, moralisch gebunden find, sich dem gefaßten Beschluß zu unterwerfen, und Jeder doch sagen kann, „ich will es mir ein Jahr überlegen, ob ich nicht Besseres finden werde?" Um durch den Beschluß etwa ein offenes Glaubcnsbekennkniß der einzelnen Mitglieder abzugeben, bedarf es keiner Zusammenkunft; das kann sehr gut durch die Herausgabe eines Katechismus geschehen, wenn nicht schon das Leben selbst davon Kunde bringt. Auch darf die. Versammlung nicht auf die Gesinnung der einzelnen Mitglieder einwirken wollen; das Persönliche muß in ihr ganz zurücktreten. Sie soll nicht gewaltsam eingreifen und nicht zwingen; daher nicht abstimmen, sondern nur anrathen, und höchstens anzeigen, ob es Meinung des Gesammt-Collegiums oder nur die der Majorstat ist. Jedenfalls dürste dann die öffentliche Angabe der Meinung jedes Einzelnen , daß den gedruckten Protokollen das Ansehen eines Drama's gibt, in dem unter gewissen Namen nur Schauspieler -agiren, ganz überflüssig erscheinen. Ansichten, auch von einer gewichtigen Mehrzahl , ausgesprochen, erhalten ihre Bedeutung doch nur nach ihrem inner» Werth und religiösem Gehalt. Blindlings auf Treu und Glauben wird im Judenthume nichts angenommen. .Der Geist und di,e Gesinnung der Versammlung. Von der äußerlichen EinrichtMg der Versammlung. gAangen wir zu ° der Gesinnung, die uns: als eine conditio. sine qua non erscheint. Gesetze schützen bekanntlich nicht/ wenn nicht die Gesinnung, die sie interpretirt, ihnen Garantie und Unterlage gewährt, und alle Vorbereitungen und Anordnungen wären auch über diese Versammlung vergeblich, ' wenn nicht eine gesinnungsvolle Denkungsart sie leitete. Es darf h-iekutzv^iM Gefimumg/^0' vechhO«! auch ihre Nüancirungen find,