Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 55 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte jüdischer Zustände in der phrenäischen Halbinsel re. 55 eine frühere von Clemens VI.') zu Grunde lag, des Inhalts, daß kein Christ einen Juden zur Taufe zwingen, keiner sie in Begehung ihrer Feste und Feierlichkeiten stören, keiner ihre Begräbnißplätze beschädigen solle, und daß sie keine anderen Abgaben zu zahlen hätten, wie dieChristen. Johann i, gab 1392 dieser Bulle seine landesherrliche Bestätigung. Vielleicht war der nächste Anlaß zu einer solchen Verwendung bei dem Könige das von demselben ein Jahr vorher erlaffene Gesetz über , das Tragen von jüdischen Abzeichen, das indeß nie streng gehalten wurde. Ob der Kriegszug gegen Ceuta, den Johann 1415 unternahm, die Veranlaffung gehabt habe, die Juchafin 134s. angegeben wird "), ist daher zu bezweifeln. Ungünstiger stellte sich die Gefetz- , gebung unter den folgenden Königen gegen die Juden. Der Nachfolger Johann's, Eduard (1433—1438), erklärte Juden und Mauren für unfähig, ein königliches Amt zu bekleiden, und dieß Gesetz wurde von Alfons V. bestätigt und in seinen Codex ausgenommen, später sogar auf getaufte Juden ausgedehnt. — Von Erlaffung eines Gesetzes bis zu dessen Befolgung war aber dazumal ein noch größerer Schritt als heutigen Tages. Unter Alfons selbst bekleideten Isaak Abravanel und Josef (III.) b. Jachia b) angesehene Staatsämter; freilich sahen sich beide unter dem Nachfolger Alfons V. genöthigt> der eine nach Spanien, der andere nach Italien zu fliehen. —Ehe wir über die unter Johann II. sich schon vorbereitende Katastrophe, welche die endliche Unterdrückung des Judenthums in Portugal zur Folge hatte, weiter berichten, nehmen wir hier Gelegenheit, Einzelnes über die socialen mü> religiösen Zustände der Juden in Portugal nachzuholen; über die erstere» gibt vorzüglich die von Alfons V. verfaßte Gesetzsammlung4) sehr schätzbare Aufschlüsse, und ist auch von Gordo durchgängig benutzt worden. (Fortsetzung folgt.) 1) Je geringer die Zahl der Päbste ist, die in dem Juden de« Menscheu erkennen möchten, desto dringendere Pflicht ist es, der wenige», die es gemocht; anerkennend zu gedenke». Clemens VI., zu Avignon regierend, war es, der in den schrecklichen, durch die große Pest im vierzehnten Jahrhundert hervorgerufeuen Judenverfolgungen den geängstigten Juden in seinen „vier Stadien" (Avignon, CarpentraS, Ancona, Rom) eine sichere Znfluchtstätte gewährte, und — dafür auch die Verleumdung, er sei von Juden bestochen worden, hinnehme» mußt». So befremdend erschien ein menschliches Gefühl den christlichen Chronikenschreibenr! 2) Weil die Mauren die aus Spanien entflohenen vDvU ausgenommen. Neber die eigentliche Veranlaffung zu diesem ritterlichen Zuge s. Schäfer II, 265 ff., 296. Daß Johann 80 Jahr regiert, wie wir in Juchaff» a. a. £>. lese», ist falsch. : " 3) Derselbe, dessen Disput mit KLnig Alfons im Cchebet Jehuda x. 53«. ed. samt, berichtet wird. Vgl. noch weiter unten. 4) OrdeauPoeus do Senhor Rey D. Affonso V. Coimbra 1792.