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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-02-01 · 2 (Februar 1846) · p. Seite 54

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
2 (Februar 1846)
Date
1846-02-01
Page
Seite 54 (sequence 16)
Language
German
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54 Zur Geschichte Mlschtt Zustände W der pyMätsche» HMiissel ,e. nämlich, als solle der Tod Ferdinand's, mit welchem dieß alte (BUrguudische) Königshaus Portugal's ausstarb, schlimme Folgen für 'die Juden haben. Unter den Anträgen , die die Stadt Lissabon der verwittweten Königin Leonor, welche die Regentschaft beanspruchte, machte, befand sich auch der, Juden und Mauren keine Aemter anznvertrauen, „wie dieß gegen die Gesetze und zum Schaden des Reiches unter der vorigen Regierung geschehen sei." Die Königin erwiederte ihnen, sie habe diesem Uebelstande schon zu Lebzeiten ihres Gemahls vergeblich abzuhelfen gesucht, sogleich aber nach dem Tode desselben den Schatzmeister und den Obereinnehmer (älmoxurike) des Zollhauses und alle jüdischen Erheber und Beamten abgesetzt. — Jndeß dauerte der Haß des Volkes besonders gegen den gewesenen Schatzmeister Judas und den Vertrauten Ferdinand's, David, fort, und war es besonders der große Reichthum, den diese, wie andere Juden besaßen, der den Neid und die Habsucht rege machte. Als sich bald darauf die Stimme des Volkes mehr und mehr für Erhebung Johann's, Großmeisters von Avis, "auf den Thron erklärte, und man, um zu dem bevorstehenden Kriege mit Castilien gerüstet zu sein, um Geld verlegen war, kam das Volk, schon durch blutige Auftritte der vorhergehenden Tage aufgeregt, auf den Gedanken, alle Juden in der Stadt auszuplündern, wobei man vorzüglich die genannten Judas und David im Auge hatte. Als die Juden von diesem Vorhaben Kunde erhielten, wendeten sie sich an den Großmeister — die Macht der Königin war nur ein Schatten — , der denn nach vielen Bitten dem Juiz do Erime (Eriminalrichter) befahl, auszurufen, daß bei Strafe Niemand den Juden ein Leid zufügen dürfe. Das Volk ließ sich auch besänftigen, und die Juden waren gerettet. Aus Dankbarkeit liehen ihm die Juden darauf, als ihm die Bürger von Lissabon ein Geschenk von 100,000 Libras machten, außerdem, was sie zu diesem Geschenk beitrugen, noch 70 Mark Silber (182,000 Reis). Jener David Negro (er und Judas blieben bei der Königin Leonor) wmde von Johann von Castilien zum Oberrabbiner in diesem Lande ernannt; beide erscheinen mit in der Verschwörung dieser Leonor gegen den König Johann von Castilien ’). Für die portugiesischen Juden gestalteten sich die Verhältnisse unter Johann i, erfreulich. Der Leibarzt (kisieo mor) dieses Königs, Don Moses, legte seinem Könige eine Bulle deS Pabstes Bonifaz vor, datirt Rom 2. Juli 1389, der 1) Ob man diese Nachrichten mit dem, was über die Familie Jachia bekannt ist, eombiniren könne, wagen wir nicht zu entscheiden. David I. war um diese Zeit (1384) Rabbiner in Castilien; vielleicht ein Grund mehr, die Jahreszahl des auf S. 53 Anmerk, gedachten Grabsteines für größer anzunehmen. — L'gl. über das oben Gesagte Schäfer M/ S. 112

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