Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 53 (sequence 15)
- Language
- German
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Zur Geschichte jüdischer Zustände i» der ptzreuäische« Halbkusel,c- 53 45». eä. A.), Sohn des obengedachten Salomo, nach Castilien aus; wo Gedalja als Leibarzt des castilischen Königs zugleich die oberste Gewalt über alle Juden Caftiliens, und eine bisher an den König gezahlte Abgabe') der Juden zu seinem Einkommen angewiesen erhielt; er starb und wurde begraben in Toledo *). Ein Bruder dieses Gedalja soll nach Schalschelet der bei Isaak b. Scheschet R.G.A. 345 gedachte Josef (ll.) b. Jachia sein, der nach denselben R.G.A. in Calatayub eine von Ahron b. Jachia erbaute Synagoge restaurirte'). Dieser Josef war ein jüngerer Zeitgenosse Salomo b. Aderet's4), dessen Tod er in einer von dem Verfasser des Schalschelet (57a. ed. C.) nach dem Schekel Ha-Kodesch (von David b. Salomo b. Jachia) mitgetheilten Elegie besang. — Die Verfolgungen, welche die Juden indem christlichen Spanien im Jahre 1391 trafen, führten eine große Anzahl derselben nach Portugal, eine noch größere nach Aftica. Unter jenen ist besonders bekannt geworden-Salomo Alami, der uns in seinem „Strafbriefe" sehr lehrreiche Einblicke in die Zustände der damalige» spanischen Juden, mit Recht unserer Zeit als Parallele vorgehalten5), thuil läßt. Zu denselben gehörte ferner der Sohn jenes Gedalja, David I,, Rabbiner in Castilien (s. oben S. 49 u. 50 Anmerk, die angeführte Nachschrift), der mit seiner Mutter seinem Geburtslande Portugal wieder zuwanderte °). In der That war die Lage der Juden in Portugal unter Johann I. (1385—1433) der Art, daß sie wohl zur Einwanderung reizen mochte. Noch ehe er den Thron bestiegen hatte, bekam er Gelegenheit, sich den Juden gnädig zu erweisen. Es schien; 1) Nämlich Kopf und Füße von jedem geschlachteten Stück Vieh; die Pacht davon betrug 5000 Goldstücke. 2) Er war nach Schalschelet früher vom König von Portugal aus Castilien berufen worden. 3) Don Salomo b. Jachia und Don Jehuda b. Jachja in Teruel haben einen Proceß über einen Woltkauf, der vor Isaak b. Scheschet (R. G. A. 222.) kommt. 4) Ueber einen „Josef b. Iechaja", der um 1300 als Rabbiner in Barcellona stirbt, siehe Jost VII, S.438; daselbst wird auch eines „Juda b. Jechija b. David", Rabbiners. Dichters und Philosophen um 1370, gedacht. 5) S. Zunz: Eine alte Stimme im Wiener Jahrbuch 560L. — Mehrere in der Prager Ausgabe des Jggeret Musar ausgelassene antichristliche Stellen find auch zu Or ha-Chajim von Josef Jabez (z. B. 6a. u. 6b ) zu ergänzen; außerdem scheint aber auch der Tert an mehreren Stellen corruqrpirt, 6) Diese Nachricht, die Schalschelet gibt, ist freilich schwer mit dem zu vereinigen, was aus Abne Siccaron Nr. 26. erhellt, daß nämlich David b. Gedalja h. Jachia, Rabbiner und Richter zu Castilien, im Tischri 1325 in Toledo begraben sei. Ob die Jahreszahl taVtf . W» p^i richtig bezeichnet sei, wäre freilich noch zu bezweifeln. Die Berufung Luzatto's auf Schalschelet, nachdem er noch 1390 gelebt, beweist hier nichts. Vergl, S. 54 Anmerkung.