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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-02-01 · 2 (Februar 1846) · p. Seite 52

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
2 (Februar 1846)
Date
1846-02-01
Page
Seite 52 (sequence 14)
Language
German
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52 Zur Geschichtk jüdischer Zustände in der pyrenäischrn'Halbinsel »c. tracht dessen, waswir obett(S. 49 u. 50 Anmerk.) über die gerade hier sichtbare Lücke in d«q Stammbaum der" Jachia gesagt, und daß, was von dem Sohne Salomo's' erzählt wird (s. weiter unten), nur auf die Regierung Ferdinand's (1367—1383) paßt, jene Epoche des Glanzes und des Reichthums der Juden, die ihnen so viel Feinde zuzog, besser in der Zeit Sancho's II. (1223—1245) suchen. Unter diesem Könige erreichten die Juden den Gipfel der Macht, und ihre Bevorzugung zu Aemtern war einer der Vorwürfe, welche die Priester diesem freisinnigen Könige machten, der dann auch durch den Pabst vom Throne gestürzt wurde. Hören wir hierüber den schon angeführten portugiesischen Geschichtschreiber Gordo (a. a. O. S. 21; vergl. Schäfer H. p. 65): „Unsere Schriftsteller sagen, daß in der Zeit Sancho's H. die Juden den Christen bei Besetzung von Aemtern vorgezogen wurden, und daß aus dem Grunde Gregor IX. ihn durch die Bischöfe von Astorga und Lugo tadeln ließ. Um den Ungrund dieser Beschuldigung zu erkennen., darf man nur bedenken, daß in Zeiten der Uwissenheit und Barbarei, wie jene waren, ein solches Verfahren nicht, ohne den größten Widerstand zu erwecken, statthaben konnte. Wenn Juden zu Aemtern zugelaffen, und einigen christlichen Mitbewerbern vorgezogen wurden, so geschah dieß nicht mit Rücksicht auf die Religion, die sie bekannten, sondern—weil sie mehr Fleiß und Geschicklichkeit bewiesen." Gleichen Ansehens genossen sie — zu gleichem Aergerniß der Geistlichkeit *) — unter Dionys (1279—1325) , einem der weisesten Könige, die Portugal beherrscht haben; der Oberrabbiner Don Judas war sein Finanzminister; rin jüdischer Schatzmeister gleichen Namens erscheint unter Ferdinand *), bei dem auch ein Jude, Don David, Hausminister (grantle privato) war. Die unglücklichen Zeiten, die für Portugal unter dem schwachen und leichtsinnigen Ferdinand hereinbrachen, trafen ohne Zweifel die Juden auch; bei den Verheerungen, die das Land durch den Einfall Heinrich's von Castilien erlitt (1373), wanderte mit Andern Gedalja I. b. Jachia (nach Schalschelet 55b. et!. C. 1) Vergl. Schäfer: Geschichte von Portugal 7, S. 322.— Ueber die Seeunternehmungen dieses Königs, auf die eine Anfrage in Ascher's R. G. A. 8, 11. Bezug nimmt, siehe Schäfer 7, S. 315. — Daß diese Streifzüge, wie es in der gedachten Anfrage, die sich auf das Jahr 1320 bezieht, heißt, auf Befehl des Pabstes (?) besonders gegen Mauren und Juden gerichtet waren, beweist nichts für die portugiesischen Juden. 2) Es ist wohl nicht zufällig, daß gerade die beiden Könige, welche jüdische Finanzminister hatten, bedeutende Geldoperativn durch Einführung neuer Münzen und Reducirung der alte» Münzsorte Vornahmen, die indeß unter Ferdinand einen weit ungünstigern Erfolg hatten, als unter dem einsichtsvollen Dionys. S. Schäfer 7. S. 449 ff.; :

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