Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 51 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte jüdischer Zustünde in derpyrenäischen Halbinsel rc. 51 der Wittwe Hemrich's und unter der Regierung des Sohnes Alfons die Geistlichkeit zu einer großen Mächt gelangte, und gewöhnlich der Wohlstand und das Glück der Juden mit der Macht der Geistlichkeit in umgekehrtem Verhältnisse stand. Von den beiden Söhnen Jehuda's-— denn noch immer ist uns die Geschichte portugiesischer Juden nicht viel mehr als die der Familie Jachia — war der eine, Joseph I., einem zurückgezogenen Leben zugethan, für Verbreitung des Talmudstudiums thätig, und verfaßte einen — verloren gegangenen — Kommentar zum Talmud. Auch soll er eine Synagoge in Lissabon erbaut haben. — Daß es an literarischer Thätigkeit unter den Juden in Portugal damals nicht fehlte, wird uns von anderer Seite her') bestätigt, wenn es sich nicht von selbst denken ließe, daß das rege Leben, das unter den Juden des maurischen Spaniens im 12. und 13. Jahrhundert sich entfaltete, auch auf Portugal seinen Einfluß üben mußte. Dazu kommt, daß durch die Verfolgungen der Almohaden, deren Haupt MuhamedJbn Tiumarta, bei jüdischen Autoren unter dem Namen rrrran p vorkommt, in Folge welcher Unruhen auch die Talmudschule von Cordova nach Toledo verlegt wurde, viele Juden -— und wohl nicht bloß ungelehrte — aus Spanien nach Portugal flüchteten. — Wenn ferner der Jahreszahl 4950 der Welt (1190) bei Gedalja p. 42b. ed. Amst. (52b.) zu trauen ist, so waren die Juden schon unter Sancho I. (1185—1211) zu einem hohen Grade von Ansehen und Reichthum gelangt, und erregten dadurch den Neid der christlichen Portugiesen, daher Salomo I. b. Jachia seinen Glaubensgenossen abrieth, seidene Kleider zu tragen und auf Pferden zu reiten, was beides bekanntlich in den damaligen Zeiten nur sehr reiche und hochgestellte Personen thun konnten. ES soll nach dem Berichte Gedalja's dieser Don Salomo als Anführer königlicher Truppen im Kriege gegen die Araber gefallen sein *), wozu sich wieder nur bemerken läßt, daß der genannte König häufige und nicht immer glückliche Kriege mit den Arabern führte, und daß er auch der Herrschsucht der Priester kräftig entgegentrat. Man wird aber, wenn diese Nachricht Gedalja's einige Berücksichtigung verdient, in Anbe- 1) Zwei Gelehrte aus Lissabon aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, f. bei Zun;: Zur Geschichte und Literatur, S. 9V und 96, wobei nicht zu übersehe», daß erst im Jahre 1147 die Christen Lissabon de» Arabern entrissen. — Zu hoch darf freilich auch wieder die jüdische Gelehrsamkeit in Portugal in diese« früheren Jahrhunderte« nicht angeschlagen werde», da sich sonst wohl mehr Denkmäler erhalten hätte«. Vergl. den Schluß dieses Abschnitte». 2) Daß Jude» Kriegsdienste leisteten, war auch in Spanien nicht» Seltenes, und zwar bei Arabern wie bei Christen. Siehe oben S» 49 Anmerk. *) und Cond« 11. S. 138. Kerem Chemed VII, 80. Nomologi- S. 289.