Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 43 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte jüdischer Zustände k» der pyrenätschen Halbinsel ,c. 43 des, der doch vom ChristenthuMe — des zwölften Jahrhunderts — noch einen andern Begriff haben mußte, als wir, nicht verkannt worden, und wird es noch weniger von uns. Aber Wenn man alles Große und Heilige, alles Schöne und Gute, das seit 18 Jahrhunderten die Menschheit errungen, den klaren Beweisen der Geschichte zuwider dem Christenthum allein vindiciren will, während man alles Leid und alle Schmach, die die Zeit gebar, richtiger den obwaltenden Verhältnissen anheimgibt; wenn noch in unserer Zeit ans dem Katheder wie in der Schule, in der Geschichte wie in der Philosophie die sonderbarsten Verwechselungen von Menschthum und Christenthum Vorkommen, so muß man doch wenigstens nach bündigeren Beweisen, als die bisher gelieferten, fragen, und Mit Anerkennung dieser Behauptungen so lange warten, bis der Causalneruszwischen den speciell christlichen Lehren und den Begriffen von Wissenschaft, Freiheit, Sittlichkeit nachgewiesen, bis gezeigt worden ist, daß der Umstand, daß die Länder, in denen das Christenthum herrschende Religion ist, zugleich Träger der Wissenschaften und Künste sind, kein zufälliger, sondern ein nothwendkger sei, und daß zu keiner Zeit ein anderes als ein christliches Land es habe sein können. Nach solchen Beweisen zu fragen, habe ich auch dann noch das Recht, wenn die Lehrer, die mich auf die Höhe der gegenwärtigen Bildungsstufe gehoben, zufällig der christlichen Religion angehören, da ich mir doch immer noch bewußt bin, von Anerkentnmg der speciell christlichen Lehren noch eben so weit entfernt zu sein, als ich es war, ehe ich den Unterricht empfing, also den nothwendigen innern Zusammenhang zwischen jenen und diesen noch nicht wahrgenommen. Es bedarf, um den richtigen Standpunkt zu gewinnen, nur des Muthes, Ansichten, die so verbreitet und eingewurzelt sind, daß man jeden Beweis fürüberflüsfig hält, Behauptungen, die oft von den größten Geistern ausgesprochen werden, bis auf bündigen Beweis abzulehnen, und historische Begebenheiten Und Zustände von einem freieren und allgemeineren Gesichtspunkte aus zu betrachten, als es gewöhnlich zu geschehen pflegt'). Ein Beispiel : Die Türkei ist das einzige Land in Europa, in welchem das Christenthum nicht herrschende Religion ist, und natürlich wurde sie von jeher, und wohl noch, als der faule Fleck in dem europäischen Staatsorganismus betrachtet. Das mag sein, indeß zeigen sich doch, wenn man näher hinsieht, manche Aehnlichkekten zwischen türkischen und europäischen Zuständen, die man nicht immer hervorhebt. 1), Daß der beregte Gegenstand an diesem Orte und unter de» jetzt obwaltenden Verhältnissen nicht näher besprochen werde» kann, ist leicht einznsehe». Wüuschenswerth freilich wäre es, an eine nnbefangene, erschöpfendere Betrachtung, als hier möglich war, gehe» zu können. 4»