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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 36

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 36 (sequence 35)
Language
German
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36 Necensionen. auch wahr ist , daß man oft die Arbeiten für die Wissenschaft, für die augenblicklichen, immer neuen unabweisbaren Ansprüche des Magens aufgibt, daß nicht Allen, die arbeiten möchten, das Opfer vergönnt ist, weil sie kein Fleckchen haben, auf dem sie es ohne Miethe thun könnten, so ist es doch auch wahr, daß die jungen Kräfte der jüdischen Welt, die in den Zeitschriften mit den Beinamen „gelehrt", „berühmt", „bekannt" re. (Beinamen, die sehr wohlfeil zu werden anfangen) benannt werden, nichts von diesen für ein wahres, tiefes Studium von Jahren verschwenden, daß Zunz zwar, dieses unübertreffliche Muster für Alle, die arbeiten und arbeiten lernen wollen, viele Bewunderer und noch mehr Nachtreter und Plagiatoren findet, daß aber, wenn man sie unparteiisch sichtet, und richtet die Massen der jüdischen Literaturerzeugnisse, man vor dem leidigen Haufen schlechter und fchlechierer Predigten kaum eins und das andere Büchlein sieht, in dem der ernste Mann eine Anlage zum Studium gefunden. Wir hoffen mit Recht auf eine bessere Zeit, denn die,jetzige ist noch sehr trüb; eine Zeit, in der noch ein Buch, wie das oben angezeigte, zwei Monate vor einem von Zunz geschriebenen erscheinen kann.- Sie hat noch viel zu hoffen, weil sie sehr wenig besitzt. Das Buch von Deffauer ist der Repräsentant, der würdigste, berufenste Repräsentant für eine Classe von Büchern, die noch nicht genug gezeichnet sind. Wenn es nur compitatorisch gewesen wäre, weil der Verfasser die Quellen nicht verstand—, wenn es auch eine von Fehlern wimmelnde, selbst die compilirten Werke schlecht auffaffende Compilation gewesen wäre —, wenn der Verfasser selbst von allgemeiner Geschichte nur geringe, von der Methode der Geschichtschreibung gar keine Kenntniß gehabt hatte —, wenn er ein Plagiator im wahren Sinne des Worts gewesen wäre, der abschreibt und dieses leugnet, Quellen und Citate nachschreibt, die er nie gesehen, als in den Arbeiten Anderer —, wenn er nur arrogant und dreist genug gewesen wäre, einige unbedeutende Ausstellungen an seinem Buche zum Anlaß von Schmähartikeln gegen den Aussteller zu machen, obschon er lieber hätte schweigen sollen—, aber sein Buch ist eine schlechte, unwissende, unehrliche und arrogante Compilation, dergleichen die jüdische Literatur kein ähnliches hat und das in jeder Beziehung völlig unbrauchbar ist. Wir werden das unangenehme Geschäft haben, dieses zu beweisen; es ist dieß eine Pflicht, eine traurige Pflicht gegen unsere Glaubensgenossen, von denen der größte Theil den wahren Unwerth des Buches nicht herausfindet, und gegen das Publicum und die christlichen Gelehrten,, vor deren Augen ein solches Monstrum von Faulheit und Ignoranz dem jüdischen Namen nur Unehre bereiten kann. Auf dem Titelblatte steht: „nach den besten vorhandenen Quellen."— „Cr gibt ferner dem Leser, was er nicht hat, vielleicht noch nicht weiß und sich auch nicht leicht zu verschaffen im Stande ist" (p. 15. Note 9); „er forschte redlich, untersuchte kritisch, ohne die Quellen blindlings abzuschreiben" re. (Vorrede p. VIII.). Auf jeder Seite sieht man eine Menge gelehr.ter Werke und Quellenschriften citirt; wir wollen vor allen Dingen die Leser in die „Bibliothek des Verfassers" führen/ aus der dieß Buch hervorgegangen; es ist das aus dem Grunde nothwendig, weil wir hierdurch erst über den Werth des Gegebenen in Klarheit kommen. Diese besteht 1) aus Prideaur, Connerion des alten und neuen Testaments, in der Uebersetzung von Tittel (Dresden, 1726). 2) Basnage histoire des Juifs. 3) Holberg's jüdische Geschichte, übersetzt von Detherding (Altona und Flensburg, 1747).' 4. Jost, Geschichte der Israeliten (für

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