Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 32 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2744856-2744883-2744885--0968-2745931
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

32 Allgemeine theologische Bibliographie. Periode angemessen, solchen Sprachverderb befördern n. dgl., selbst bei den besseren Stilisten! Endlich können wir es nur Höchlich mißbilligen, daß mittelmäßige odergar schlechte Produkte solcher ausgenommen werden, denen hier Gelegenheit zur stilistischen Ausbildung gegeben sein soll! Das ist Aufgabe der Schule, nicht der Literatur, am wenigsten einer solchen, die sich eine -sprachliche Aufgabe gestellt. Der Dilettantismus hatheiuns leider überall und am meisten geschadet. 2) Die wissenschaftliche Seite der hebräischen Zeitschrift umfaßt nach dem Obigen das Gesammtgebiet der jüdischen Wissenschaft, und insbesondere die hebräische Philologie, sie hat nur das kleinere Publicum dpr jüdischen Gelehrten zu Lehrern und — Autoren. Man wird uns fragen, warum gerade die jüdische Wissenschaft hebräisch behandelt sein soll. Aber zugestanden, daß die Behandlung eines jüdischen Stoffes in nichthebräischer Sprache ihre guten Seiten habe, so ist doch auch nicht zu leugnen, daß gewisse Stoffe sich leichter und bequemer in hebräischer behandeln lassen, andere aber nur in hebräischer Sprache behandelt werden sollten; ich meine nämlich gerade die kasuistischen, die man so gern vor einem Publicum von fts bespricht! Wie viel Scandal und Unheil wäre dadurch selbst in den letzten 6 Jahren erspart worden, vor denen ich bereits diesen frommen Wünsch aussprach , (Choreb bezajon, Lpz.' 1839. S. X.). Aber auch das G e sa m m 1geb iet der jüdischen Wissenschaft bedarf gerade hebräische Zeitschriften, um den Zusammenhang derselben zu vermitteln *), und zwar jetzt um so nöthiger, wo die Arbeiten in den verschiedensten Sprachen, Schriften und Blättern zerstreut werden, was wir andererseits um der Emancipation der jüdischen Wissenschaft willen nicht beklagen dürfen. Und darin sehe ich die vorzüglichste Aufgabe hebräischer Zeitschriften in wissenschaftlicher Beziehung: Vermittelung des in den Literaturen der sprachverschiedenen Länder zerstreuten Materials. Weit entfernt davon vermissen wir in den vorliegenden wissenschaftlichen Arbeiten häufig sogar die Kunde der neuern Forschungen in hebräischer Sprache! Und es kurz und einfach auszudrücken: Es gibt Manche, die da meinen, an einem wissenschaftlichen Aufsatz in hebräischer Sprache dürfe man nicht dieselben Anforderungen des Wissens machen, wie an einem deutschen! Dagegen muß durchaus Einspruch erhoben werden. Das Hebräische ist kein Mantel für die Unkunde, und diejenigen, welche der Sprache zu Liebe schreiben, mögen, wie bemerkt, sich von wissenschaftlichen Themen fern halten.— Wir beginnen unsere Einzelnbemerkungen mit Nr. 5., als neuer Folge jener verdienstvollen Zeitschrift, welche den Uebergang aus dem „Sammler" in den „lieblichen Weinberg" bildete;— hiermit haben wir *) Ich glaube, mich hier kurz fassen und nur auf Rapoport's Einl. zu Parchon §. XIV. und Reggio's Vorw. zu Nr. 5. berufen zu dürfen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.