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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 30

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 30 (sequence 29)
Language
German
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30 Allgemeine theologische Bibliographie. Schon die statistische-Vergleichung, selbst mancher Aeußerlichkeiten, gibt uns lehrreiche Winke. Von den fünf erwähnten Zeitschriften find drei neugeborene und zwei „Revenants“ (tari'wfok), von den letzteren eine in der Wiedergeburt sogleich erstickt, und zwar diejenige, deren Vater (ein Pole) im Herzen Deutschlands ihr eine Heimath suchte, während die anderen Pollen, Oesterreich (Italien) und Holland angehören. (Ob Nr. 1. fortgesetzt wird, ist mir unbekannt.) Die Wienerin und Amsterdamerin sind nur zur Hälfte hebräisch gekleidet, werden eigentlich von einem Kalender eingeführt und find von einem Adoptivvater (Verleger) gut ausgestaltet; die ' Polinnen erscheinen in zwanglosen Heften, die Wilnaerin in etwas besserem Gewände, die Leipzigerin sollte eine regelmäßige Monatsschrift werden, und scheint der leibliche Vater nicht auf die Ausstattungskosten gekommen zu sein! Den größten Kontingent an Arbeitern, selbst nach Holland hin, stellt Polen und Italien. Ueberall finden wir Arbeiter aus dem Gebiete der strengen Wissenschaft unter rhetorischen und poetischen; alle Herausgeber wollen jüdische Wissenschaft und namentlich hebräische Sprache fördern*), über deren Vernachlässigung oft genug geklagt wird. Unstreitig ist dieß der wichtigste Punkt und die Lebensfrage jüdischer Zeitschriften, deren Erörterung wir demnach in der einleitend erwähnten Weise und innerhalb des uns gegönnten Raumes versuchen.' Die Tendenz einer hebräischen Zeitschrift ist naturgemäß eine doppelte, nämlich Förderung der hebräischen Sprache an sich, und der jüdischen Wissenschaft in allen ihren Zweigen; demnach ihr Publicum ein zweifaches, der Jude überhaupt und der jüdische Gelehrte insbesondere, darum endlich ihre Arbeiter entweder bedeutende hebräische Stilisten oder Gelehrte. -1) Fassen wir zuerst die hebräische Sprach e an sich in's Auge, über deren Bedeutung für das Judenthum sich in Deutschland allerlei Stimmen erhoben, wo mit der Kenntniß, wie gewöhnlich, und aus andern Gründen, auch die Liebe zum Hebräischen abgenommen hat. Hören wir die äußerste Linke, so will sie die Verweisung dieser Sprache aus Synagoge und Volksschule. Möchte sie dieß, wenn sie einsähe, daß die hebr. Sprache, aus diesen Stätten verbannt, auch bald aus den Studirstuben (Schulen gründet man doch nicht!) der Gelehrten und Theologen, somit die jüdische Wissenschaft und Theologie selbst schwinden würde? Mit einem Worte: will jene Partei den gänzlichen Untergang des Hebräischen? Ich glaube: nein! und selbst wenn sie in blindem Eifer für vorgefaßte Meinung Alles thut, was jene Absicht zu bekunden scheint. Mögen nun wirklich Manche sein, die das Hebräische über Bord werfen möchten, und dann — „wo der Mantel ist, da , *) Ich habe die verunglückte Wiederaufnahme der „Erstlinge" von M. E. Stern von der Besprechung ausgeschlossen, in der Voraussetzung, daß der Herausgeber gar nicht für „Unsereinen" arbeitet.

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