Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2744856-2744883-2744885--0965-2745928- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Allgemeine theologische Bibliographie. oder „räthliche" Erhaltung des Hebräischen u. dgl. bedurften, anspielen und bewitzeln! Und gerade darum erscheint Ref. die Aufgabe eben so verleidet als undankbar,—undankbar auch in anderer Beziehung—; und nur mit Selbstüberwindung fuge ich mich einer direkten Aufforderung. Wohl weiß ich, welche Epitheta ein gewisses Publicum für jeden Jünger oder Lehrer derjüdischen Wissenschaft stets bereit hält, dem die aufrichtige und unbefangene Forschung nach Licht und Wahrheit von der Berührung mit der herrschenden mäßigen und oberflächlichen oder leidenschaftlichen und einseitigen Theilnahme an den s.g. Tagesfragen gefährdet scheint; desto mehr halte ich es für die Aufgabe der wissenschaftlichen Kritik, sich von jenem materialistischen und stets parteiischen Standpunkte der Beurtheilung fern zu halten, dessen Lebensfrage über ein literarisches Object stets lautet: *wa, d. h. „conservirend oder reform.irend?", und: vmA 18 iina „gehörst du zur orthodoxen oder neologen Partei?" — Es ist dieß Thema für die jüdische Wissenschaft eine wahrhafte Zeitfrage, und mag die eingehende Erörterung einem passendem Orte Vorbehalten bleiben. Ich wollte hier nur gleich von vornherein meinen Standpunkt der Besprechung bezeichnen, der jede Unterschiebung fremdartiger Motive und Rücksichten, von welcher Art immer, auch bei Berührungspunkten der Theorie mit der Praxis streng zurückweist. — Seitdem der „liebliche Weinberg" dem Schicksale des Jesaianischen anheimgefallen zu seiü scheint, — 2 Jahre sind seit dem Erscheinen des letzten Bandes verflossen, und das Todtengerücht (T»tfn na ‘-pan) verdient hier gewiß Glauben — seitdem sind 4—5 hebräische periodische Schriften an verschiedenen Enden Europa's (Amsterdam, Leipzig, Lemberg, Wien, Wilna) aufgetaucht, verschiedenartig an Form und Inhalt: 4) Niederländischer israelitischer Musenalmanach 5604. (s. dies. Ztschr. I. S. 355.) 2) Nordische Blüthen (-,12^ ^d), herausg. von Hurwitz u. Pin. 2. Lief. Wilna, 1841. 4844. 3) Zion, neue Folge (nam^ herausg. von vr. Goldenthal. Leipzig, 1845. 1 Bogen. 4) Jerusalem (trtttw), herausg. von jüd. Gelehrten in Lewberg. 1845. 2 Hefte. 5) Erstlinge (tnnsn neue Folge, herausg. von Reggio und I. Busch. Wien. Jahrg.56V6. (1845—46.) Je verschiedenartiger in jeder Beziehung diese Schriften im Ganzen und in ihren einzelnen Theilen sind, desto weniger können wir auf eine erschöpfende Beurtheilung eingehen, und nur einige Bemerkungen über jede insbesondere werden uns gestattet sein; dringender scheint uns eine allgemeine Besprechung der Richtung und Tendenz hebräischer Zeitschriften, die Anwendung dem Leser und resp. Redakteur überlassend.