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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 26

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 26 (sequence 25)
Language
German
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26 Tagesbegebenheiten. zeigt, was wir aus dem 15. Jahrhundert aus Spanien vernehmen. Scheint doch den russischen Juden das den spanischen Inden auferlegte Geschick, die Auswanderung, beneidenswerth! Und welche bittere Ironie liegt in diesen Ereignissen gegen jene Optimisten, die Messias und Erlösung als schon-verwirklicht ausehen, und aus übergroßem Patriotismus selbst im Gebete ihnen nicht eine Stelle einraumen wollen - Wenn es nicht auf Komplimente gegen den Staat oder auf Condescendenz gegen die Lichtfreunde abgesehen ist, so müssen diese Idealisten sich durch die WirklichkeitMs ihren schönen Traumen aufgerüttelt fühlen, einsehen, wie Israel zu seinem Bestehen und Dauer der Glaube an Messias und Erlösung noththue. Was kann jene Unglücklichen, mit dem härtesten Drucke Kämpfenden aufrichten, wenn auch diese Hoffnung erstirbt, sie auch auf diesen Strahl in der Leidensnacht verzichten sollen? Und mögen die deutschen Juden in geistiger Hinsicht sich höher stellen als die nichtdeutschen Juden: an Anzahl bilden sie die Minorität, gehen vielfach in den anderthalb bis zwei Millionen des russischen Staates auf. Diese Minderzahl also will, weil sie nicht mehr den Druck so hart fühlt, vergessen der großen Masse der Bedrückten und daß sie der Erlösung bedürfen? Oder gehört auch dieses zum Fortschritte, daß man das religiöse Band, den Zusammenhang mit den Glaubensgenossen verleugne, um keine Particularitat zu bilden? — Darf der Sterbliche sich erkühnen, die Wege der Vorsehung, wenn auch von fern nur ahnen zu wollen, so liegt in diesem betrübenden Schicksale ein Wink, daß die Glaubensgenossen sich wieder einmal als solche begegnen und die Lage des Judenthums und der Judenheit genau beherzigen, daß sie statt des bisherigen Auseinandergehens und der Anfeindung sich mit Liebe um den Glauben schaaren und in ihm einen Vereinigungspunkt finden. * * * Wir vernehmen aus Frankreich die erhebendsten Züge, die uns bei dem rauhen Sturme, der vom Norden einherfahrt, einigermaßen wieder starken. Hr. Albert Cohn, nach Algerien zur Erforschung der dortigen jüdischen Zustande gesandt, hat einen günstigen Bericht erstattet, und die Regierung verspricht ihre eifrigste Verwendung für Errichtung von Kleinkinderbewahranstalten, Hospitälern, Schulen u. dgl, m. Um desto befremdender muß bei solcher Gesinnung des Staates die in mehreren Journalen mitgetheilte Nachricht erscheinen, daß Professor Franck seine Vorlesungen an der Pariser Universität habe einstellen müssen, weil er Jude sei. Auf letzteren Zusatz schien von vorn herein kein Gewicht gelegt werden zu müssen: werden doch auch Edgar Quinet die philosophischen Vorlesungen aus Gründen, in denen die Politik die Hauptrolle spielt, untersagt;'und war leicht zu vermuthm, daß der angegebene Grund einer, entweder dem französischen

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