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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 25

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 25 (sequence 24)
Language
German
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Tagesbegebenheiten. 25 nossen eine heilige Pflicht, daß sie zufammentreten und ihre Thetlnahme an den Tag legen. In der Gesammtheit liegt eine bedeutende Kraft, sie erzeugt zuweilen eine Abhülfe, die nicht vermuthet wurde; eine religiöse Gesauuntheit, die weiter nirgends Vertretung findet, muß durch ihre religiöse Kraft fich erheben und in sich selbst eine reichhaltige Quelle finden. Den russischen Juden ist der Boden, den fie bewohnen, kein heimathlicher, sie können in ihm nimmer ein Vaterland erblicken; für sie ist nur ein Heil: Auswanderung, Niederlassung unter einem fremden Himmelsstriche, wo das Gesetz das Recht des Menschen ehrt. Wohl ist die Auswanderung erschwert; doch er, in dessen Hand der Monarchen Herz ist, er wird eine Aenderung herbeiführen, daß den Unglücklichen gestattet werde, ihre trost- und freudenlose Heimath zu verlassen. Wie mächtig ergehet nun die Forderung, für diese Zeit vorzubereiten, schon jetzt auszuhelfen, da es Manchem gelungen ist (fie müssen dieses als ein Gelingen betrachten!), dem Vaterlande zu entfliehen. Brüder! Glaubensgenossen! dürfen wir unthätig bleiben? Es ist heilige Pflicht, daß eine Gesammttheilnahme fich kund thue, fich in allen Gemeinden Comiteen bilden, die ihre Thatigkeit in Aufforderung zu Collecten oder zu wöchentlichen oder monatlichen Beitragen, und in deren Annahme, an den Tag legen. Aus diesen Comiteen, deren in's Lebentreten durch die jüdischen Organe, die sich wohl hierzu bereitwillig finden werden, veröffentlicht werden soll, wird ein Centralcomite hervorgehen, an dessen Spitze — wir sprechen es mit der innigsten Ueberzeugung aus — fich Männer von Einfluß und Ansehen und deren Wort viel in die Waage wirft, stellen und die Verwirklichung Irer von den Gesammtkräften ausgehenden Abhülfe herbeiführen werden. Möge auf diesen Vorschlag gehört werden, mögen Rabbiner und Prediger ihn durch Wort und Theilnahme fördern, Männer von Gewicht ihren Einfluß in ihren Gemeinden zu diesem Zwecke geltend machen und er allgemeinen Anklang finden! Nicht von wem der Vorschlag ausgegangen, sondern daß er ausgegangen, soll erwogen werden, und nicht soll die Differenz der religiösen Ansicht störend einwirken. Wird doch von jeder Seite behauptet, daß man nur nach dem Höheren, dem im Göttlichen Begründeten strebe; und welche höhere Pflicht als Abhülfe zu bringen, wo der Religion die Verfolgung und der Druck gilt? Laßt uns denn beginnen; der Gott, der Israel in seinen Nöthen stets, beistand, wird mft uns sein! vr. K. Frankel, Oberrabbiner. * * ★ Wenn wir mit unserm kurzsichtigen Blicke über das Trübsal der russischen Juden forschen, so erfaßt uns tiefer Kummer, daß Israels Leiden nimmer enden wollen und das 19. Jahrhundert uns das noch in traurigerm Maße

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