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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 21

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 21 (sequence 20)
Language
German
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Zur Geschichte jüdischer Zustände ln der phrenäische» Halbinsel >c. 21 fern Enkeln denkwürdige", „Epoche machende" Tage drangen sich förmlich, uild verschwinden in dem Gedränge. Und damit eben jeder Ruf aus der Vergangenheit verstumme, wird waS aus dem Gewesenen noch irgendwie ehrfurchtgebietend dasteht, was noch Wurzel in dem Gemüthe des Volkes hat, untergraben, sollten auch die ehrlosesten Entstellungen dazu nöthig sein, und keine Mittel gescheut, kein Opfer zu groß gefunden, wenn nur wieder ein Riß gemacht, wieder ein Stein gelockert worden. Solchem unheimlichen Treiben gegenüber, das auch die Tagesblatter durch jedwedes Mittel in den Bund zu ziehen sucht *), ist es Pflicht, ein getreues Bild vergangener Zeiten aufzurollen, jene berechneten Verleumdungen, jene heimtückischen Denunciationen, jene saft- und kraftlosen Phrasenmachereien in ihrem gebührendenLichte zu zeigen. Nicht als ob an der Vergangenheit des Judenthums Alles zu loben wäre; sie trug mit an den Fehlern der Zeit, gerade wie die Gegenwart an den ihrigen tragt; trug aber doch nur insoweit mit, daß sie sich nicht zu scheuen hatte, in ihre Vergangenheit zurückzublicken. Aber auch: nicht als ob wir bloß der Vergangenheit lebten. Wenn uns die Erkenntniß der Vergangenheit wichtig und werth, so ist uns die Erkenntniß der Gegenwart noch wichtiger und werther. In dieser und mit dieser leben wir; in dieser spielen wir jeder, der eine größere, der eine kleinere Rolle, und wem es mehr um die Sache als um seine Person zu thun ist, der darf gerade der Gegenwart seine Kräfte nicht entziehen, wo deren ein Bedürfniß gefühlt wird. Daß Sache und Person selten gehörig aus,einander gehalten werden, ist freilich ein Uebelstand, aber noch nicht der Uebelstande größter. Beklagenswerther als dergleichen persönliche Anfeindungen, die sich so leicht in die festgetretenen Schimpfphrasen einrennen, und die das Bewußtsein des redlichen Willens allein uns vergessen laßt, ist jene Halbheit und Unentschiedenheit, welche, Unklarheit im Kopf, Muthlosigkeit im Herzen, Rücksichten vor den Augen, alle diejenigen bedauert oder tadelt, die sich in den offenen Kampf hineingestürzt, und wozu der Seele innerster Drang getrieben, gesprochen und gethan. Ist doch jene sich selbst so nennende Ruhe und Unbefangenheit, die mit ihren vaiiciniis post cventum altklug hervortritt, selten etwas anderes als ein Erzeugniß der Theilnahmlostgkeit, die man für die Sache des Judenthums empfindet, für eine Sache, die man.— was man sich freilich selbst nicht zu gestehen wagt — doch für einmal verloren halt. Nun denn: wem es am heimischen Heerde besser behagt als im Getümmel des Kampfes; wer *) Eine Frankfurter Zeitung bot während der dießjährigen Rabbiner - Versaminkung -das merkwürdige Schauspiel einer sehr plötzlichen Witternngsveränderung.

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