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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 18

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 18 (sequence 17)
Language
German
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18 Zur Geschichte Mischer Zustande in der vyrenLischen Halbinsel k. zu sprechen. In je weitere Ferne aber die Erfüllung des Wunsches nach einer, den Anforderungen, der Gegenwart entsprechenden Darstellung der jüdischen Geschichte gerückt ist, um so'nützlicher und nöthigcr ist es, einzelne Stellen an das Licht zu ziehen, und durch Herbeischaffung und Bearbeitung brauchbaren Materials das einstige große Werk vorzubereiten. Wenn wir uns, wie in der Ueberschrift gesagt, mit der Geschichte der Juden in der pyrenäischen Halbinsel beschäftigen, so wird der billige und sachkundige Leser keine erschöpfende Darstellung jenerGeschichte erwarten; wir werden uns schon einer Anerkennung freuen, wenn wir einige Bausteine geliefert, die dann ihren Platz in dem zu gründenden Hause finden. Wenn wir mm auch keine Veranlassung haben, über den Nutzen dieses Studiums zu sprechen, so halten wir doch diese Stelle für geeignet, die Gesichtspunkte dem Leser vor Augen zu legen, die uns bei diesen Darstellungen geleitet, und die uns eben bewogen haben, sie in dieser Form und in diesem wissenschaftlichen Organ niederzulegen. Es wird schon Mancher vor uns die Bemerkung gemacht haben, daß die politische Geschichte der Juden seit der Zerstreuung unleugbar einen einförmigen Charakter habe.- Man hätte gerade daraus, daß die Juden sich nach allen Ländern hin verbreiteten, sich den verschiedensten Himmelsstrichen, Nationalitäten, Sprachen anfügten, den Schluß ziehen mögen, die Geschichte derselben müsse^ sich eben so mannigfach gestalten, wie diese Eigenthümlichkeiten selbst, die in den verschiedenen Orten ihres Aufenthalts begründet lagen. Und doch ist dem nicht so. Die Geschichte der Schicksale der Juden ist eine Geschichte der Leiden der Juden; die wenigen Achtpunkte schwimmen vereinzelt in dem weiten finstern Abgrunde von Bedrückungen, Verfolgungen und Austreibungen. Und sonderbar genug wird der Druck fast überall gleichsam nach einem Modell geübt. Ghetto's, schmähliche Abzeiche-t, Gelderpressungen, Beschränkungen in der Betreibung von Gewerben, Pöbelaufstände, unsinnige, erlogene Anschuldigungen, Austreibungen in Masse sind die Themen, welche die Geschichte der Juden in allen, besonders europäischchristlichen Ländern aufführt. Co sehr sich der Spanier und Italiener in Temperament, religiöser Anschauung, Sitte, Negierungsform vom Deutschen, Franzosen und Engländer unterscheidet, so trifft doch seine Behandlung des Juden in den Hauptzügen mit denen der gedachten andern Nationen überein, und was der Jude bei dem einen erlitten, gibt schon das Schema an, in das sich mit unwesentlichen Aenderungen die Geschichte des andern Staates eintragen läßt. Sv begegnet das Auge des Geschichtsforschers, wohin es sich wendet, einer trüben Verkettung von Rechtlosigkeit und Leiden, selten einen Punkt findend, auf dem es

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