Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Zur Geschichte jüdischer Zustande Ln der pyrenaischen Halbinsel rc. Zur Geschichte jüdischer Zustände in der pyrenäischen Halbinsel. Von vr. D. Cassel. Vorbemerkung. Die gegenwärtigen Zustände der jüdischen Wissenschaft regen zu einer Betrachtung an, die eben sowohl für diese selbst als auch und besonders für das Judenthum ein eigenes Interesse darbietet.. In den sechs oder sieben Dccennien, seit denen überhaupt sich wieder ein Verhältniß zwischen Wissenschaft und Judenthum gestaltet, seit den drei Decennien, daß die Idee einer jüdischen Wissenschaft Wurzel gefaßt, hat dieses Verhältniß selbst, wie es scheint, einen merkwürdigen Wechsel erfahren. Ohne uns auf eine weitläufige Auseinandersetzung der religiösen und wissenschaftlichen Zustände der sogenannten Mendelssohn'schen Zeit und ihrer Nachfolger einzulassen, als welche wir für hinlänglich gekannt und besprochen voraussctzen, haben wir uns an das e in e Moment zu erinnern, daß es eben die Verbindung, welche das Judenthum mit der Wissenschaft schloß, war, die die damaligen Vertreter jüdisch-religiöser Interessen erschreckte und vor dem Verlust des theuren Gutes bange werden ließ, — in um so höherem Grade, weil die wissenschaftliche Thätigkeit mehr von außen an das Judenthum herangebracht wurde, und so einen unheilbaren Bruch aller dasselbe umwahrenden Schranken zur Befürchtung erhob, als daß sie sich von innen heraus und auf dem Boden des Judenthums selber geltend machte: Der Gedanke schon, mit den Waffen der Kritik an die heiligen Religionsurkunden zu gehen, ihnen die Rechenschaft für die lang und ungestört ausgeübte Autokratie abzufordern; noch mehr, die nächsten Resultate dieser Thätigkeit, die statt für unzeitige Treibhauspflanzen für Ergebnisse wahrer Wissenschaft gehalten wurden, schienen mit dem Vorsätze, alles Jüdischen Feind zu werden, identisch zu sein, und wurden es auch in den Augen mancher weniger scharf- und weitsehender Vertreter jener Richtung. Wenn aber Sache der Wissenschaft im Allgemeinen und jeder Wissenschaft speciell die Erzeugung, Entwickelung und Befestigung ewiger Wahrheiten ist, so konnten sie jedenfalls mit dem Judenthume selbst nicht, wohl aber mit mancher, durch-mehrhundertjährigen Geistesdruck hervorgerufenen Gestaltung in Conflict gerathen. Denn es gibt nur Eine ewige Wahrheit, und deren echte Ausflüsse — deren einer ist das Judenthum und die Art und Weise, wie es seine