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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 13

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 13 (sequence 12)
Language
German
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Die Rabbiner-Versammlung, wie fle sein sollte re. 13 unter fremdem Namen eingeschmuggelt wird. In solcher Art, wenn auch bessere Gesinnung verbreiten, führt nur sittliches Verderben mit sich. Die Wahrheit will errungen und mit Bewußtsein erkämpft werden. Sie kann nicht dem Menschen über Nacht kommen. Mit Nichten darf also eine Versammlung in solch'unlauteren Tendenzen sich bewegen, bei denen es nur auf Schein und Trug abgesehen ist, oder auf solche richtige Resultate ihr Augenmerk richten. Angenommen: es würde ein Cultus erzielt worden sein, der den Anforderungen der Reformer ganz entspricht, konnte er von Dauer für diejenigen sein, die jeden Inhalt, der nur entfernt an die Besonderheit des jüdischen Volkes erinnert, ihren Ansichten widersprechend finden, oder konnte er für lange das Gemüth ansprechcn? Konnte er andererseits die innere Bedeutung haben, und einigen Einfluß üben, wenn ihn nur die Menge aus Rücksichten für die Abgefallenen angenommen und gebilligt, nicht aber aus dein, innersten Bedürsniß der Seele gefordert hat? Muß nicht ein solcher Gottesdienst, zu dem das Herz sich nicht mit Innigkeit hinwendet, gerade die schrecklichste Zerrüttung des gläubigen Bewußtseins herbeiführen? Ein fremder Cultus, zu dem nichts als der Wunsch nach Ausgleichung hinführt! Wahrlich,' der äußere Glanz kann gewiß nicht die innere Zertrümmerung des Heiligen gutmachen. Oder umgekehrt, es würde ein Cultus hergestellt werden, der ganz dem alten Ritus entspricht, und die Reformer hätten aus Rücksicht sich bequemt, sich den Anordnungen zu fügen; würde dieser Lippendienst bei den Gesinnungen des Herzens nur irgend ein Verdienst enthalten? Gewiß, es muß Jeder cinschen, mit den ertremen und selbstständigen Ansichten unserer äußersten rechten und linken Seite ist kein Bund der Vermittelung zu schließen; für sic hat die Versammlung keine Bedeutung, und ihr gewährt sie keinen Vortheil. Es kann darum nur in sehr beschränktem Maße die Aufgabe der Versammlung sein, sich mit ihnen zu beschäftigen. Vor Allem aber muß eine Rabbiner-Versammlung Gesinnung haben und muß diese aussprechen und bethätigen; sie kann und darf darum.nicht zwischen zwei Ansichten hin und her laviren, mit der einen halten und mit der andern coquettiren. Entschiedenheit und Sicherheit müssen sie bei Lösung ihrer Aufgaben leiten, und dennoch soll sie selbst nicht Partei sein, weil die Partei für die eigene Ansicht ihrer nicht bedarf. Sowenig aber eine Rabbiner-Versammlung auf die verschiedene Gesinnung in der Judenhcit einzuwirken berechtigt erscheint, um so größern Einfluß konnte sie auf die Menge üben. Der ertremen Ansichten gibt es sehr wenige; cS sind nur die Parteihäupter und einige theoretische Schwä mer; auf ihre Ansicht und ihr Urtheil darf eine in praktischen Dingenr sich bewegende Versammlung ohnehin nichts geben. Die

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