Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Die Rabbmer-Versarnmlurig, lvie fic fein fbfitlc nr. Rede, und was vom alten Judenthum noch beibehalten wird, kann mir das sein, was keine Miß stände in der Gegenwart erzeugt und eine den Bedürfnissen der Zeit entsprechende Bedeutung hat. Diese Partei meint es auch mit einer Rabbiner-Versammlung nicht Ernst, trotz der Adressen und Deputationen, die sie an dieselbe schickte. Es weiß jeder, daß eS weiter nichts als eine Demonstration ist, und haben sich auch die Männer wohl gehütet, sich den Beschlüssen zu unterwerfen, und vorweg jede Anordnung abgelehnt. Würde die Versammlung die Sabbatarbeit erlaubt, und nur die Feier anbefohlen haben, sie hatte zum Voraus sich sicher halten können, daß auch diese nicht eingehalten worden wäre. Die Tendenz dieser Partei an sich widerspricht schon der Idee einer solchen Bestimmung geistlicher Autoritäten, weil der Mensch in religiösen Dingen nur sich selbst beftiinmen kann; nur um ihrem Streben einigen Erfolg zu sichern, konnte dieser Anhang zu einer Rabbiner-Versammlung Zutrauen fassen, und nur darum hätte er sich manche Bestimmung aus Accommodation gefallen lassen. Die Versammlung hätte nun zwar den Wunsch der Stabilen, die Abgefallenen wieder zu gewinnen, wie das Streben der Lichtmänner,, ihren Ideen Eingang zu verschaffen, zu manchen Vornahmen benutzen, und manches durchsetzen können, um ihrerseits einiger Leistungen sich rühmen zu können; sie hätte vermitteln und ihre bestimmten Ansichten mit einem gewissen Erfolg unter die der entgegengesetzten Meinung Huldigenden verbreiten können. Allein da mußte sie sich vor allem hüten, über ein bestimmtes Princip, oder besser über den Zweck, den sie zu erreichen sich bemühet, sich auszusprechen. Denn mit dem Augenblicke, da sie dies bekannte, mußte sie die Sympathieen der Gegner, auf die sie gerade wirken wollte, verlieren, und somit wäre ihr Einfluß, der ihr nur aus Accommodation verliehen ward, vereitelt und vernichtet. Das ist aber ein einer Versammlung unwürdiger Standpunkt. Diese Zweideutigkeit im Benehmen, diese Achselträgerei muß ihr eine unwürdige Stellung geben; sie darf es mit Niemand halten, sonst hat sie es bald mit Beiden verdorben; denn von Dauer kann ein solcher Einfluß nicht sein: die Verschiedenheiten der Ansichten innerhalb der Versammlung müßten auch bald die Tendenz der Majorität offen kund geben, und aus den Werken würde man bald ihren Charakter erkennen. Zudem, welche Bedeutung können solche Resultate für die Welt haben? Die aus Accommodation eingeräumten Verbesserungen oder zugestandenen Bestimmungen haben an sich keinen Werth, weil sie nur eines Zweckes willen sich Eingang verschafft hätten. Die Wahrheit aber, die wie im Schlafe ohne Wissen und Willen den Verirrten und Beschränkten zugeführt wird, hat ihren Gehalt verloren, weil sie nicht als Wahrheit gelehrt und nur