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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 10

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 10 (sequence 9)
Language
German
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10 Dke Nabbiner-Bersammlung. wie sie scm sollte re. lung realisirt, und glaubte auch schon das Ziel der lauten Wünsche verwirklicht zu sehen, als diese zu Stande kam. Wir gestehen nun zwar offen ein, daß wir von den ewigen Welt- und Religions-Verbesserungen wenig halten; die Welt und die Religion schafft und gestaltet Gott, und der Mensch trägt höchstens ein Sandkbrnlein, wenn er recht viel leistet/ zum Bau des Weltalls bei. Die Rabbiner dazu konnten, bei ihrer beschränkten Macht, die verschiedenen Wünsche, die gehegt wurden, sicher nicht befriedigen, und gewiß nichts Großes leisten. Wir waren darum auch nicht solch großer Erwartungen. Der große Anlauf, der genommen wurde, die hohlen Prahlereien, die in überschwänglichen Phrasen sich ergehenden Adressen waren Jedem, der diesem Treiben auf den Grund schauete, tief in der Seele verhaßt, widerlich. Denn Nichts in der Welt ist mehr geeignet, den Widerwillen zu erregen als die Thorheit, die dev festen Meinung ist, ernste Weisheit zu sein; sie ist es, die, wenn sie zum Regimente greift, sogar den Haß aller Bcssergeflnnten auf sich ladet. Indessen war es nicht zu leugnen, daß, wenn die Versammlung ihre Kräfte genau erwogen, die Zustände der Gemeinden mit geradem Sinn betrachtet, mit Begeisterung und Ernst die Interessen des faktisch bestehenden Judenthums berücksichtigt und prakti sche Vorlagen zu erzielen sich bemüht hätte, sie ein großes Gewicht in die schwebenden Verhältnisse gelegt, und von großem Einfluß für die Gefammtentwickelung der deutschen Judenheit geworden wäre. Es ist also Veranlassung genug vorhanden, eine Synode für religiöse Fragen zusammenzuberufen; die Zustände fordern es dringend, und sie hätte Vieles zu besprechen und zu erledigen. Um dieses nachzuweisen, wollen wir die eigentliche Aufgabe einer Rabbiner-Versammlung etwas genauer in Betracht ziehen, um dann nachzuweisen, wie weit sie dieselbe zu lösen ermächtigt war. Die Aufgabe einer Rabbiner-Versammlung. In den hier dargestellten Zuständen, die eine Rabbiner-Versammlung nöthig zu machen schienen, ist bereits die Aufgabe, die sich dieselbe zu stellen hätte, andeutet. Jede der beiden Seiten in der Judenheit, die ernsten Sinnes ist, und nicht etwa aus Leichtsinn religiöse Pflichten verletzt, in dem Sinne: video meliora proboque deteriora sequor, ist eigentlich in ihren Ansichten beruhigt uird mit sich selbst zufrieden, und fordert nur eine Veränderung des lauten Tadels der andern wegen, den sie nicht ganz zurückweisen kann, oder vielleicht auch nebenbei, um gerade die andere für sich oder für frömmere oder mehr geläuterte Ansichten zu gewinnen. Man wünscht nämlich oft die Reform, die in den Bestrebimgcn der Rabbiner-Versammlung .sich realisiren sollte, auch

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