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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 9

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 9 (sequence 8)
Language
German
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9 Die Rabbiner-Versammlung, wie sie sein sollte rc. unmöglich, und das Verlangen einer Andersgestaltung der religiösen Ueberzeugung war angeregt worden, die Wünsche nach Veränderung wurden laut; aber sie waren verschieden von denen der Thatglanbigen. Diese verlangten eine Abänderung des Einzelnen, aber eine Beibehaltung der liebgewonnenen religiösen Zustande; die Reformer dagegen die Schöpfung eines Neuen, im Geiste des Judenthums mit Beibehaltung des Einzelnen, das der Zeit und ihren Ansprüchen nicht entgegenläuft, also Accommodation. Das Letztere wird zwar von den Reformern bestritten und es wird behauptet, das Verlangen erstrecke sich in der That nur aufAbstellung des Unwesentlichen und Beibehaltung des ursprünglich reinen Judenthums; doch wir sind nicht gesonnen, mit Worten und Ideen hier zu streiten, und bemerken, daß wir unter der Schöpfung des Neuen verstehen: ein neues Judenthum, das von dem abweicht, wie es seit sehr lange bis auf die neueste Bewegung und auch noch jetzt, dem Geiste und der Form nach unter den Juden im Schwünge war, ohne auf die Idee eines uralten Judenthums, das bei Besprechung gegenwärtiger Zustände nur ein antiquarisches Interesse bietet, einzugehen. Bei dieser offenen Bezeichnung der Begriffe wird aber hoffentlich uns zugestanden werden, daß die Reform allerdings hinstrebt, das wirkliche Judenthum abzustellen, und daß sie demnach in dem Ziel ihrer Wünsche total von den Thatgläubigen verschieden ist. Das factische Judenthum ist den Reformern so entfremdet, daß sie, welche Verbesserungen mit demselben auch vorgenommen werden, sich nie mit dessen Geist und ganz nothwendigen Formen werden befreunden können. So sehr dieser Unterschied zwischen den beiderseitigen Wünschen aber auch in die Augen fällt, so wenig wurde er beachtet. Man hielt den Wunsch nach Reform allgemein, eben so das Streben, einen positiven Gehalt seiner Neberzeugung zu geben, und glaubte in diesen beiden entgegengesetzten Polen Momente genug zu haben, um eine gemeinsame durchgreifende Umgestaltung des Judcnthums vornehmen zu können. Der Unterschied, der sich in dem Maße der praktischen Vornahmen doch geltend machte, galt nur als ein quantitativer, und wurde nicht als qualitativ anerkannt. Der Hang, ein Ganzes zu schassen, das Bestreben, die Einheit Israels bewahren zu wollen, ließ hinwegsehen über alle Schwierigkeiten, bte sich entgegenwarfen; das Unmögliche sollte möglich werden: und bei dem Mangel an Tiefe in den Reformbestrebungen hielt man die Ausführung einer gemeinsamen Reform für wahrscheinlich. Von allen Seiten wurde es nun auch ausgesprochen, und gewünscht, sich daran zu machen, und es wurden auch wirklich viele Miniatur-Reformen einzeln in Ausführung gebracht; die allgemeine große Umgestaltung hielt man jedoch erst in einer. Rabbiner-Versamm-

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