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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 8

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 8 (sequence 7)
Language
German
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8 Die Rabbiner-Versammlung, wie sie sein sollte »c. die ein scharfes Urtheil über die eine Partei immer bei der andern fällen lernen, welche diese kritische Stimmung verbreiten, und ihr einen allgemein verbreiteten Anklang zu verschaffen wissen; wie in der Thal die Stimmen aus der Mitte zunächst Eingang sich verschaffen. . Die stabilen Thatgläubigen erkannten dadurch wenigstens zum großenTheil, daß in dem Tadel der Gegner manches zu Beherzigende liege, daß allerdings manche Gebräuche der Zeit widerstrebenden Momente an sich tragen; vorzüglich gestand man dieß bei solchen Gebräuchen ein, denen eine hohe Bedeutsamkeit beizulegen man nicht berechtigt schien; denn die anderen waren durch ihren innern Werth zu erhaben, als daß man Bedenklichkeiten der Zeit gar beachten sollte. — Man war sich ferner bewußt, daß manche Satzungen mit werkheiliger Gewohnheit ausgeübt werden, und daß ihnen somit ihr Lebensnerv fehle; endlich fühlte man auch dunkel, daß die Macht des Zeitgeistes einige Eingriffe in das Judenthum gethan, die nicht unbeachtet bleiben können. Das Verlangen nach einer Abstellung von Mißständen war erwacht; man wünschte eine Veränderung, in der das Bestehende so organistrt werde, daß es seinen alten Glanz erlange, der Zeit entspreche und mit dieser sich vereinige. Ebenso erkannten wieder die idealsüchtigen Reformer, daß der Tadel der Thatgläubigen auch gar wohl begründet sei. Sie erkannten durch das Geschrei der Gegner, daß sie statt der Gebräuche, des ganzen Glaubens ledig wurden. Siehattensich desCeremoniendienstesentwöhnen wollen, und wurden dem Geiste des Judenthums entfremdet. Alls den Trümmern des ehemaligenReligionsgebäudes ragten indessen noch e inige Ueberreste hervor, die das Gemüth mit einer ehrfurchtsvollen Scheu erfüllten, oder aus dem edlen Sittlichkeitsgefühl erklangen noch manche Ideen, die einen religiösen Widerhall suchten; allein jene Heiligenileberreste hatten keinen Boden, und diese Ideen fanden kein Echo im Glauben. Das Gemüth war sich selbst entfremdet, und entsetzte sich über die Vergessenheit des Heiligen im Innern. In wilder Hast suchte darum der Hochgebildete seine Scham zu bedecken, und griff wiederum nach dem verlassenen väterlichen Glauben. - Dieser war aber ihm fremd geworden, und bot ihm für seinen Geschmack keinen geeigneten Ausdruck seiner religiösen Gefühle. In dieser Verlegenheit, in dieser religiösen Verarmung suchte nun und fand dazu, wie dieß bei jedem Mißbehagen der Fall ist, das innige Bedauern einen theuern Gegenstand, den diese Kalamität ganz besonders treffen müßte; die Sorge vermehrt sich ja durch sich selbst: es waren nämlich dieß die theuern Kinder. Wir sind geistig verloren, hieß es allgemein, aber was mit unfern Kindern beginnen? Sollen wir diese in gleicher Gottlosigkeit aufwachsen lassen? Das schien

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