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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-01-01 · 1 (Januar 1846) · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 7 (sequence 6)
Language
German
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7 Die Rabbiner-Versammlungwie sie sein sollte »c. religiösen Zwecke entledigten, in der That zu absondernden eigenthümlichen Corporationsgesetzen. Diese Gesetze werden in solchem Lichte gerade betrachtet, ohne auf ihren eigentlichen Sinn einzugehen, und als Hindernisse der Zeitbestrebungen, als ewige Feinde des Fortschrittes gehaßt; und somit ist nun zugleich das ganze jüdische Ceremonial angefeindet, und ihm eine absolute Verkennung zu Theil geworden, so daß dasselbe als reaktionär allen Credit verloren. Derjenige Theil der Judenheit nun, der einen bessern Geschmack sich angeeignet zü haben vorgibt, mit gewissen publicistischen Ideen über die Verknöcherung der Ceremonien sich vertraut gemacht hat, und den Geist der Zeitbestrebungen, wie wir sie bezeichnet, in sich ausgenommen, mußte bei so bewandten Zuständen sich dem positiven Inhalt des Glaubens, der Ausübung der jüdischen Gebräuche entziehen. Das Judenthum ist nun in Wahrheit verlassen. Auf der einen Seite sind die Satzungen ohne Geist und ohne Idee, und lassen das Herz leer; auf der andern entfremden sich die Gemüther dem religiösen Leben. Doch so traurig dieß aussteht,' so liegt noch auf keiner Seite Grund zu einer Klage, um Schritte für sich selbst thun zu müssen. Die Thatgläubigen, so wollen wir die Ceremonien-Beachtenden nennen, fühlen sich in ihrem Elemente ganz behaglich; die religiösen Handlungen werden von ihnen beachtet, und sie für sich sind wohl genugsam überzeugt, daß die Ausübung keine werkheilige sei, so sehr sie auch gerade in dieser Beziehung von der Welt verleumdet werden. Sie können für sich keine Veränderung wünschen, weil sie Grund haben, mit sich selbst zufrieden zu sein, sie, die ihres Glaubens willen so viele Entbehrungen freudig zu tragen sich bewußt sind. Ebensowenig aber können die Jdcalsüchtigen, so nennen wir die Männer der freien Ueberzeugung, mit sich unzufrieden sein; sie haben die Gebräuche überschritten, und befinden sich dabei gut; sie haben die Leerheit des Ceremoniendienstes erkannt und hellere Ansichten sich erworben; sie haben sich endlich mit dem Geiste der Zeit in Verbindung gesetzt, und einen höhern Schwung genommen. Unmöglich kann hier auch nur entfernt der Gedanke an ein Mißbehagen oder das Bedürfniß zu einer Veränderung aufkommen. Was indessen doch das Mißbehagen hervorruft, und das Bedürfniß nach einer Reform lebendig und rege macht, ist die gegenseitige Verurtheilung. Man sieht leicht den Splitter in den Augen des Andern, hat einen offenen Sinn für dessen Fehler, und spricht unverhohlen sein hartes Urtheil aus. Dieses Urtheil findet aber auch oft auf Seiten deS Getadelten seine Stelle; man findet manchen Tadel nicht ohne Grund, und gesteht sich seine Fehler. Vorzugsweise sind es die Doktrinärs, so nennen wir jene Männer, die sich über beide Parteien halten »vollen,

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